Mit dem Pickup zur Probe
Die Sonne geht langsam unter, und wir fahren mit einem Pickup über eine staubige Dirtroad durch die malerischen Landschaften der südafrikanischen Provinz Mpumalanga, bekannt vor allem für die großen Nationalparks im Nord-Osten des Landes. Wir befinden uns jedoch abseits der touristischen Pfade in der Region Emakhazeni. Der Fahrer ist erschöpft. Kurz zuvor hat er über zwei Stunden mit einer Gruppe von über fünfzig Kindern im Alter von vier bis 16 Jahren Bewegungen und Tanzchoreografien einstudiert.
Tiishang Nicholas Aphane ist ausgebildeter Tänzer und Kernmitglied beim Forgotten Angle Theatre Collaborative, kurz FATC.
Es ist die fünfte und letzte Woche des My Body, My Space: Public Arts Festivals, welches vom FATC organisiert wird. Nicholas trifft sich seit Januar 2022 wöchentlich mit zwei Tanzgruppen aus den umliegenden Townships der Kleinstädte Dullstrom und Machadodorp. Die Townships, dichte Siedlungen der schwarzen Bevölkerung auf engem Raum und mit wenig Infrastruktur, sind eine Folge der Apartheid. Zwar fiel die Rassentrennung; die durch Stadtplanung und Zwangsmaßnahmen des damaligen Regimes forcierten Townships und die dortige Armut sind jedoch geblieben. In den kommenden ...
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Theater heute Februar 2023
Rubrik: International, Seite 39
von Kai Padberg
Kann man den Holocaust darstellen? Muss man es nicht sogar, wenn fast alle Zeitzeugen verstorben sind? Vielleicht auch, um Filmen wie «Schind -lers Liste» von Steven Spielberg nicht das Narrativ zu überlassen? Der steckte übrigens in der Postproduktion von «Jurassic Parc», als er seinen Hollywood-Blockbuster über den Holocaust drehte. Darüber plaudert das Filmteam...
Das Theater Lüneburg ist ein typisches Dreispartenhaus. Schauspiel, Musiktheater, Ballett, drei Spielstätten, von denen das Große Haus, ein einer Mehrzweckhalle ähnlicher Zweckbau, 542 Zuschauer:innen fasst. Seit 2010 macht Intendant Hajo Fouquet hier ein Programm, das möglichst viele Teile der 75.000-Einwohner-Stadt ansprechen soll. Diese Saison sind unter anderem...
«Aussterben ist langweilig (…) / damit kommt man weiter nicht», das war 2003 in Peter Lichts «Safarinachmittag» noch eine ganz entspannt singbare Textzeile. Aus Sicht des Universums ist sie wahrscheinlich immer noch lustig. Nur die Menschen, die darüber lachen können, weil sie eh rechtzeitig sterben, werden weniger. Die, die das Schwinden bewohnbarer Landstriche...
