Video, Kunst und das wahre Leben

Die Video-Künstlerin Yael Bartana spürt exemplarisch den Ritualen und Codes der israelischen Gesellschaft nach

Es ging Schlag auf Schlag: Fünf Jahre nachdem Sony 1964 die Portapak herausgebracht hatte, eine handliche Kamera mit Video Tape Recorder (VTR), veranstaltete die New Yorker Howard Wise Gallery 1969 die erste Ausstellung mit Videoarbeiten, 1977 folgte die documenta 6. Der zuständige Sektionsleiter Wulf Herzogenrath setzte damals das «Medien-Environment» als zukünftige Möglichkeit der Videokunst gegen die Position Allan Kaprows.

Dieser hatte zuvor im Magazin «Artforum» gegen 

die Videokunst als «alter Wein in neuen Schläuchen» polemisiert und meinte damit das einfache Abfilmen von schlechten Performances. Dagegen plädierte Herzogenrath für Installationen, in denen «durch die Kombination mehrer Bilder oder durch die Einbeziehung des Betrachters eine Bewusstseinserweiterung in einem direkten Sinne erreicht werden kann». Längst hat sich die Videoinstallation als eigenständige Form etabliert, die weit von Allan Kaprows Vorwurf entfernt ist, bloß abgefilmte Performance zu bieten.

Dennoch bleiben die Spannungsverhältnisse zwischen Repräsentiertem, Repräsentation und Rezipienten bestehen. Arbeiten, die dieses Spannungsverhältnis thematisieren, entfalten nicht nur einen großen Reiz, sondern ...

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Theater heute Dezember 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 62
von Max Glauner

Vergriffen