Max Frisch: «Homo faber»

Krisenzeiten sind Zeiten der Techniker. Mit rasanter Geschwindigkeit und dem Einsatz von anderthalb Bundeshaushalten wurde im schwar­zen Herbst 2008 die Geldturbine wieder angeworfen. Noch nie haben sich die Regierenden in Europa und Amerika in so kurzer Zeit einigen und rasch entscheiden können und dabei so große Geldsummen in die Hand genommen. Weder die Energiekrise noch das Problem der Armut werden ähnlich direkt, effektiv und radikal prag­matisch angegangen, von der schleichenden Katastrophe des ungebremsten Klimawandels ganz zu schweigen.

Während sich die Verluste an der Wall Street auf ein bis eineinhalb Billionen US-Dollar belaufen, «verliert die Welt jedes Jahr zwei bis fünf Billionen Dollar in Form von Naturkapital. Das ist nicht nur mehr, sondern auch noch fortlaufend. Es passiert jährlich, Jahr für Jahr.» («Climate Futures», zitiert nach der «Süddeutschen Zeitung» vom 18./19. 10. 2008) Was ist der Trick der Geldtechniker auf dem Finanzmarkt? Ist der Mecha­nismus, über haushälterische Geldgarantien beinahe mengenlehre-technisch zur Verstaatlichung der Großbanken zu gelangen, der Anfang vom Ende der Krise? Ist das Ende der Krise auch das Ende des Kapitalismus? Und wäre ...

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Theater heute Dezember 2008
Rubrik: Finanzmarkt Spezial, Seite 19
von Andrea Koschwitz

Vergriffen
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