Festival I: Weicheier und Widerstand

Das 11. Münchner Spielart-Festival balanciert auf den Barrikaden

Sie sind ein Bild unerschütterlicher Ruhe und Widerstandskraft: Die Kühe, die der japanische Theatermacher Akira Takayama auf schlammigen Weiden, 14 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima entfernt, gefilmt hat. Dass sie noch leben, «verdanken» sie, wenn man so will, dem nuklearen Super-GAU im Jahr 2011. Ihr Fleisch ist als atomarer Sondermüll unverkäuflich, und versorgt werden sie vom Besitzer der über alle Grenzwerte verstrahlten «Farm der Hoffnung», der auf eigenes Risiko in die sonst menschenleere Sperrzone zurückgekehrt ist.

In Takayamas Videoinstallation «Happy Island» (so lässt sich «Fuku Shima» übersetzen) kann man sie nun im Münchner Muffatwerk zur Eröffnung des Spielart-Festivals sehen und sich von ihrer stoischen Renitenz, allen Katastrophen zum Trotz, anstecken lassen.

Kunst und Widerstand bzw. «Art in Resistance» ist auch ein Schwerpunkt der diesjährigen elften Ausgabe des Festivals, das alle zwei Jahre internationale Theaterproduktionen, immer auch mit Blick auf die gesellschaftspolitische Gesamtgemengelage, nach München bringt. Standen vor zwei Jahren unter dem Motto «Wake up!» noch Visionen des Aufbruchs in ein anderes Eu­ro­pa zur Debatte, so zieht der diesjährige ...

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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Silvia Stammen