Leben spielen
Am 31. Mai und 1. Juni bei den Mülheimer «Stücken»: Milo Raus «Empire».
Nach einer guten Stunde ging plötzlich das Saallicht an. Ein Techniker trat bei der Berliner «Empire»-Premiere in der Schaubühne auf die Bühne, erklärte, dass sich der Lichtcomputer irgendwie verschluckt habe und jetzt ein Back-up der Stimmungen einlesen müsse, was zwei, drei Minuten dauern werde, und verschwand. Die Schauspieler nahmen’s gelassen, das Publikum auch, und nach ein paar Minuten ging es wie versprochen weiter. Danach war es, als wäre nichts geschehen, und trotzdem war alles anders.
Der unfreiwillige technische V-Effekt hat Milo Raus «Empire» und seine Spieler an seiner empfindlichsten Stelle getroffen, der Illusion ihrer Gegenwärtigkeit. Raus jüngste Produktion, der letzte Teil seiner «Europa-Trilogie», funktioniert nach dem Muster der beiden Vorläufer «The Civil Wars» und «The Dark Ages». Schauspieler sitzen in kleinen, intimen Bühnen-Settings – Wohnzimmer, Küche – und erzählen ihre Lebensgeschichten, die am eigenen Beispiel tiefere Einblick in die europäischen Verhältnisse liefern sollen. Dabei werden sie von einer kleinen Videokamera gefilmt, die das Porträt überlebensgroß auf einen Screen über der jeweiligen Wohninsel schickt. In «Civil Wars» sollte anhand von ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Franz Wille
Aachen, Theater
1. Dürrenmatt, Die Physiker
R. Christian von Treskow
27. Lausund, Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
2. Ramløse und Elhauge, Die Geschichte von Lena
R. Winfried Tobias
8. Ecer und Hintze, Samstag in Europa – Gefährliche Begegnungen (U)
R. Tina Brüggemann
16. Streul und Syri, Die Sternstunde des Josef...
Schade, wäre schön gewesen. Die drei Millionen Zuschauer mehr, die die gerade veröffentlichte, inzwischen 50. Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins zum Ende der Spielzeit 2014/15 ausweist, sind keine drei Millionen mehr. Sondern nur ein Sondereffekt, weil eins der großen Musicalunternehmen, die sich sonst nicht so gerne in ihre wirtschaftlichen Karten...
Vom Verschwinden» ist der Titel einer höchst verstörenden Theater-Performance, die beim diesjährigen Kunstfest in Weimar zu sehen war. Vom möglichen Verschwinden wurde dort im Thüringischen aber auch noch in einem anderen Zusammenhang gesprochen: Die Zukunft dieses seit 1990 stattfindenden Mehrsparten-Festivals ist ungewiss, und wenn alles schlecht geht, dann wird...
