Lässig «Ficken» sagen

Thomas Lauterbach hat den Regisseur Volker Lösch bei der Arbeit begleitet: der Dokumentarfilm «Hochburg der Sünden»

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Der Regisseur Volker Lösch ist kein Mann der leisen Töne. Das kann man an der Spur von Skandalen ablesen (Hamburger Millionärsadressen, Dresdner Sabine-Christiansen-Verdammung), die seinen Weg durch den deutschen Theaterbetrieb weist. Und man kann es an der Wortwahl des Regisseurs erkennen, der bei den Proben zu einer «Medea»-Inszenierung in Stuttgart, bei der türkischstämmige Frauen mitspielen, vom deutsch-türkischen Verhältnis immerfort als «deutsch-türkischem Zwischen-den-Fronten-Leben» spricht.


 

Auch Thomas Lauterbachs Dokumentarfilm «Hochburg der Sünden», der die Proben­arbeit zu «Medea» vom Casting bis zur Pre­miere begleitet, erinnert mitunter an eine Art Kriegs­tagebuch. Das fängt schon beim drama­tischen Schwarzbild zu Beginn an, unter dem wie ein Funkspruch das Telefonat der Protagonistin Aysel liegt, die neugierig-zögernd ihr Interesse am Mitmachen erklärt. Es geht weiter mit den Lagebesprechungen auf der Probe, bei denen einmal der Chorleiter das salvenartige Auftreten demonstriert («Ba-damm, Ba-damm, Ba-damm»), zu dem rhythmisch gesprochen werden soll. Oder wenn Lösch insistierend Antwort auf Fragen fordert, die aufs Klischee schielen, sich aber so scheinbar allgemein ...

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Theater heute März 2010
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Matthias Dell

Vergriffen
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