Lässig «Ficken» sagen

Thomas Lauterbach hat den Regisseur Volker Lösch bei der Arbeit begleitet: der Dokumentarfilm «Hochburg der Sünden»

Theater heute - Logo

Der Regisseur Volker Lösch ist kein Mann der leisen Töne. Das kann man an der Spur von Skandalen ablesen (Hamburger Millionärsadressen, Dresdner Sabine-Christiansen-Verdammung), die seinen Weg durch den deutschen Theaterbetrieb weist. Und man kann es an der Wortwahl des Regisseurs erkennen, der bei den Proben zu einer «Medea»-Inszenierung in Stuttgart, bei der türkischstämmige Frauen mitspielen, vom deutsch-türkischen Verhältnis immerfort als «deutsch-türkischem Zwischen-den-Fronten-Leben» spricht.


 

Auch Thomas Lauterbachs Dokumentarfilm «Hochburg der Sünden», der die Proben­arbeit zu «Medea» vom Casting bis zur Pre­miere begleitet, erinnert mitunter an eine Art Kriegs­tagebuch. Das fängt schon beim drama­tischen Schwarzbild zu Beginn an, unter dem wie ein Funkspruch das Telefonat der Protagonistin Aysel liegt, die neugierig-zögernd ihr Interesse am Mitmachen erklärt. Es geht weiter mit den Lagebesprechungen auf der Probe, bei denen einmal der Chorleiter das salvenartige Auftreten demonstriert («Ba-damm, Ba-damm, Ba-damm»), zu dem rhythmisch gesprochen werden soll. Oder wenn Lösch insistierend Antwort auf Fragen fordert, die aufs Klischee schielen, sich aber so scheinbar allgemein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2010
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Matthias Dell

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das Wachsen der Berge

Im Fernsehen spielt Friedrich Gulda Mozart. Er trägt ein buntes Hawaiihemd und hat eine Muslimkappe auf dem Kopf. Gulda könn­te, denkt man, weil er im Fernsehen nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen ist, übertreiben. Der Gedanke kommt einem, weil andere klassische Klavierkünstler statt eines Hawaiihemdes meist ein weißes Hemd und einen schwarzen Anzug anhaben....

Verlust ohne Reue

Um es gleich mal vorweg zu sagen: Hier geht es nicht um Unterschichts-Tristesse und Statusverlustängste von ehemals Besserverdienenden. Oder zumindest nicht so, wie man es in letzter Zeit gewohnt ist – gepaart mit trüben Aussichten und chronischer Weltuntergangsparanoia. In Sebastian Nüblings Münchner Kammerspiel-Inszenierung von «Endstation Sehnsucht» ist man...

Theater im TV

Fernsehen

 

Montag, 1.

 

21.15, Theaterkanal: Gero von Boehm begegnet: Christoph Schlingensief 

 

Dienstag, 2.

 

17.25, Theaterkanal: faust on speed – ein Faust remix ­– nach Goethe, mit dem Ensemble des Koblenzer Jugendtheaters. Aufzeichnung 

aus der Akademie für Darstellende Kunst, 

Ludwigsburg (2009) 

19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: das 

Theater...