Körper oder Geist?
Ein alter Mann (Edgar Selge) findet einen toten Jungen im Bett und stammelt «Papa». Was kann das sein? Es wird einige Zeit dauern, bis sich das Rätsel aufklärt: Der alte Mann ist eigentlich eine junge Frau, die sich in diesen fragilen Körper begeben hat, der tote Junge eigentlich ein alter Mann, ihr Vater, der im fremden jungen Körper an einem Aneurysma gestorben ist.
Es ist eine lange Reise bis zu dieser Erkenntnis, und sie führt mit Leyla (Maja Emde) und Trystan (Jonas Dassler), einem jungen Paar in der Krise, auf eine abgelegene Insel in eine noch abgelegenere Kommune. Dort treffen sich in einem romantischen Gutshaus zur Sommerzeit Menschen, um sich einer existenziellen Er -fahrung auszusetzen: dem Körpertausch (als «Body-Switch» seit Jahrzehnten ein beliebtes Genre vor allem im amerikanischen Kino). Die Tauschpaare werden ausgelost, und Leyla und Trystan werden mit Fabienne (Maryam Zaree) und Mo (Dimitrij Schaad) gematcht, einem ältergedienten Ehepaar mit drei Kindern, das Gegenmodell zum introvertierten melancho -lischen Liebespaar: Mo eine Rampensau der unangenehmsten Sorte, nach eigener Aussage «Siegertyp auf der Überholspur des Lebens», sie stabil, aber genervt vom ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Barbara Burckhardt
I. SONNE, LOS JETZT!
Was ist das, was da durch den Raum jagt, das bin doch nicht ich! Schauen wir mal nach, darunter kräuselt sich die Flut, Berge gibt es auch, ja, alles unter mir, ich bin es. Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang. Die Reise ist mir vorgeschrieben, obwohl ich an meiner Wanderung nicht schuld bin. Ich bin ein fixer Stern,...
Irgendetwas stimmt mit dieser Familie nicht. Aber dieses Etwas ist lange nicht greifbar, fast unheimlich. Natürlich gibt es konkrete Konflikte: Vater Dilo ist seit Langem arbeitslos, auch seine gesundheitlichen Probleme sind gravierend. Seine weitaus älter wirkende, von ihrer Fabrikarbeit als Näherin gezeichnete Ehefrau Sara muss den Lebensunterhalt und das Studium...
Die langen Flokati-Zotteln bedecken nicht nur den Boden der kleinen Spielstätte «Globe», sondern auch die Wände, Treppen und Türen. Kackbraun verfilzt, sind sie ein unübersehbares Symbol für unseren Umgang mit der NS-Zeit, die ja bis heute in manchen Bereichen noch «unter den Teppich gekehrt» wird.
Da hat die Bühnenbildnerin Nina Wetzel in der von Marius von...
