Foto: Tommy Hetzel

Köln: Heimatbilder

Ibrahim Amir «Heimwärts» (U)

Wer noch irgendwelche Illusionen mit dem Begriff Heimat verbindet, dem wird von Doktor Ibrahim Amir, approbierter Wiener Mediziner, kurdischer Syrer aus Aleppo, ehemaliger Schauspielschüler und seit einigen Jahren auch Dramatiker (zuletzt «Homohalal», abgedruckt in Th 7/17) zuverlässig geholfen.

In seinem jüngsten Werk «Heimwärts» macht der junge Physikstudent Khaled – ein kurdischer Syrer, der in Wien studiert, und damit biografisch nicht weit von seinem Autor entfernt – einschlägige Grenz-Erfahrungen, als er versucht, seinem todkranken Onkel Hussein einen letzten Wunsch zu erfüllen. Da der alte Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fliegen kann, geht es im Auto auf der Balkanroute rück- und heimwärts von Wien über Serbien an die bulgarisch-türkische Grenze, immer in der Hoffnung, den vom Onkel heiß ersehnten Euphrat vor dessen Ableben noch einmal zu sehen: back to the roots.

Leider verstirbt Onkel Hussein schon in der bulgarisch-türkischen Transitzone, was zu wachsenden Komplikationen in nationalen Kom­petenzbereichen, verbunden mit heftigen identitären Zerreißproben aller Beteiligten führt, zusätzlich erschwert durch das medizinische Begleitpersonal. Denn mit im ...

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Theater heute Februar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Franz Wille