Klima, Kunst und Alter
Dieses Ende droht uns allen: Pflegestation, Zweibettzimmer. Michael Gerber (Lear) und Markwart Müller-Elmau (Gloster), die beiden an ihrem diktatorischen Starrsinn gescheiterten alten Männer, liegen stumm und apathisch im Nachthemd in ihren vollautomatischen Pflegebetten und machen gleichgültig demente Miene zu allem, was um sie herum geschieht. Offenbar funktioniert nicht einmal die Klimaanlage auf ihrer Endstation. Im Hintergrund auf der sonst weitgehend leeren Bühne steht ein riesiges hölzernes Windrad wie ein trauriges Heimwerker-Denkmal und rührt sich nicht.
Dafür treibt sich die Verwandtschaft herum: eine zudringliche Sippe, gerne in Schwarz (Kostüme Adriana Braga Peretzki), die abgerissene Textfetzen raushaut in unterschiedlicher Lautstärke, zwischendurch auch aggressiv chorisch in Kleingruppen, die gerne im Kreis läuft, sinnlose Rituale vollführt, sich in letzte leere Fechtkämpfe stürzt oder ziellos abhängt. Nicht einmal ums Erbe wird noch groß gestritten.
Shakespeares «König Lear» ist der präzise beschriebene Untergang eines Staates, in dem fast alle Beteiligen nur noch ihren ökonomischen, erotischen oder Machtinteressen folgen. Über fünf Akte zerlegt sich ein ...
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Theater heute Oktober 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Franz Wille
Aalen, Theater der Stadt
13. Hippe, Bam! Ich bin glücklich!
R. Winfried Tobias
19. Garofalo, Warte nicht auf den Marlboro Man
R. Jonathan Giele
Altenburg Gera, THeater
11. Idle und Du Prez, Monty Python’s Spamalot
R. Manuel Kressin
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Sayer, Shields und Lewis, Wird schon schiefgehen
R. Matthias Nagatis
Augsburg, Theater
3. Berg,...
Irgendwo im Tschetschenien des Jahres 1995, irgendwo in der blinden Wut des Kriegs haben General Alexander Orlow und drei Mittäter ein Dorfmädchen brutal geschändet. Diese Vergewaltigung mit Todesfolge bildet die Kernszene in dem jüngsten Roman von Nino Haratischwili. Von hier aus wirft die georgisch-stämmige Autorin ihre Erzählung weit vor und zurück, in ein...
Keine menschliche Tragödie ist dem Theater fremd, aber mit Naturkatastrophen tut sich die Bühne für gewöhnlich schwer. In der effektvollen Umsetzung von Weltuntergangsszenarien liegt der Film eindeutig vorn. Eine der ungewöhnlichsten – und tröstlichsten – Kinoversionen des finalen Crashs lieferte vor acht Jahren Lars von Trier mit seiner in erlesenen Bildern...
