Ira hinter den Pixeln

Wilke Weermann «Unheim» (U) im Schauspiel Frankfurt, Kammerspiele

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Im Smarthome spukt es. Denn die Gewohnheiten der ehemaligen Bewohnerin haben sich längst eingeschrieben in seinen Algorithmus und überdauern so sogar ihren physischen Tod. «Das Haus spielt Theater für Sie», erklärt Ira der Hinterbliebenen. Denn es zündet in Erinnerung an die Verstorbene jeden Tag eine Zigarette an – wie es ihre Gewohnheit war. 

Ira ist Expertin für verhexte Technologie, sie geht dem Flüstern nach in den Glasfaserkabeln.

Wie eine Detektivin spürt sie die Fehler in einem System auf, in dem menschliche Existenz und künstliche Intelligenz Hand in Hand gehen und die Folgen nicht immer absehbar sind. Besonders erfolgreich ist Ira trotzdem nicht, weil sie sich weigert, Implantate zu tragen. Die Mehrzahl der Menschheit hat solche bereits und ist dank ihnen in der Lage, ihre Wahrnehmung der Welt mit einer virtuellen Realität – sogenannten Overlays – zu überblenden und sich so immer und überall in ihren ganz eigenen Pixeltraum zu versetzen. 

Der Autor und Regisseur Wilke Weermann hat im Auftrag des Schauspiel Frankfurt diese Ira und ihre Zeitgenoss:innen erfunden, die nun über die Bühne der Kammerspiele zuckeln. Denn die Spieler:innen bewegen sich wie Avatare durch diesen ...

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Theater heute Februar 2023
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Esther Boldt

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