Im Avant-Garten
Pünktlich zum Start des Internationalen Sommerfestivals hat sich der Sommer vorerst aus Hamburg verabschiedet. Das erfüllt alle Klischees über die Hansestadt, ist aber für ein Theater-, Kunst- und Musikfestival nicht weiter schlimm, einzig der Erholungsbereich des Festivals leidet ein wenig unter dem Schmuddelwetter.
Die Hamburger Künstlergruppe Baltic Raw hat hierfür das Gelände hinter dem Kulturzentrum Kampnagel okkupiert, mit einem «spekulativen Dorf» (einem Multifunktions-Bretterverschlag), einer «Kanalphilharmonie» (einem funktionsfähigen Konzerthaus, in Hamburg ist so etwas nicht selbstverständlich) und einer verurwaldeten Fläche namens «Avant-Garten», auf der sich sicher gut munkeln ließe, wäre es nur nicht so regnerisch.
Wenn die Timeline zum Leben erwacht
«Avant-Garten» ist ein hübsches Wortspiel, das allerdings die Erwartungen an das Sommerfestival so hoch schraubt, dass sie eigentlich nur enttäuscht werden können. Zumal nie klar ist, was konkret mit dem Avantgardebezug gemeint ist. Festivalgäste wie Christoph Marthaler (der «King Size» vom Theater Basel zeigt) oder Philippe Quesne (dessen «Swamp Club» zuletzt bei den Wiener Festwochen zu sehen war) dürften es kaum sein – ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Festivals, Seite 20
von Falk Schreiber
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