«Ich muss unbedingt mit Ihnen arbeiten»

Jutta Lampe erzählt – ein unveröffentlichtes Gespräch mit Klaus Dermutz

Theater heute - Logo

Klaus Dermutz Frau Lampe, Sie wurden in Flensburg geboren. Was machten Ihre Eltern?
Jutta Lampe Meine Mutter war auch in Flensburg geboren worden. Mein Vater war bei der Marine. Wir zogen 1939/40 nach Kiel, weil er dorthin musste. Mein Vater ging in den Krieg. Er war wenig, wenig zu Hause. Ich war das erste Kind, nach eineinviertel Jahren kam schon mein Bruder. Und sehr viel später, nach acht Jahren, ein kleiner Bruder. Meine Mutter hat uns mehr oder weniger allein aufgezogen.

Es war nicht ganz so schlimm, wir hatten auch ein Kindermädchen, wenigstens in den ersten Jahren. Das große Problem war meine Mutter. Ich muss Ihnen einmal ein Bild zeigen. Eine wirklich wunderschöne Frau, aber sie hatte eine Behinderung. Sie hatte mit drei Jahren Kinderlähmung bekommen und kriegte auf einer Seite einen runden Rücken. Sie war in ihrer Jugend noch wahnsinnig guter Dinge und hatte noch gerne gelebt. Sie hat sehr früh schon die Kunst geliebt, wollte Pianistin werden. Sie liebte das Theater, sie liebte das Kieler Theater. Sie lernte sehr früh schon Rolf Boysen kennen, Christa Berndl und Siegfried Wischnewski, Hans Lothar. Diese Schauspieler waren oft bei uns zu Hause eingeladen, das hat sie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2021
Rubrik: Nachruf, Seite 33
von Klaus Dermutz

Weitere Beiträge
Vom Sehnsuchtsraum hinterm Nadelöhr

Breitbeinig steht er da, der schmalbrüstige Jüngling Woyzeck, dünn und blass und rätselhaft. Winzige Gebärden, etwa ein leicht zur Seite geneigter Kopf, zeugen von seinem Weltverlust. Steifhalsig lehnt er sich schräg nach hinten, wenn jemand zu ihm spricht. Sylvana Krappatsch kann beides glaubwürdig spielen: gestandene Frauen und junge Männer, ja sogar Kinder. In...

«Leben heißt gebrochen werden»

Franz Wille Gestern war die Generalprobe, heute sollte Premiere sein, wann die erste öffentliche Vorstellung von «Come as you are» stattfinden wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Hat sich Fritz Kater auch den Durchlauf angesehen, und wenn ja, was hält er von der Inszenierung? 
Armin Petras Fritz Kater war gestern nicht in der Probe. Er interessiert sich nicht...

Locked in forever

Die Wege eines Theaterstücks sind manchmal verschlungen. In diesem Fall führt der Umstand, dass die in München lebende israelische Regisseurin Sapir Heller sowohl bereits am Landestheater Schwaben als auch ein Stück von Maya Arad Yasur inszeniert hat (2018 die DE von «Amsterdam» am Münchner Volkstheater) folgerichtig dazu, dass das neue Stück der gefragten...