Zwanzig Jahre später

Ibrahim Amir «Homohalal»

Geflüchteten Menschen die Bühne zu überlassen, damit sie für sich selbst sprechen können, scheint das probate Mittel zu sein, um als Theater auf die untragbare Situation der Geflüchteten in Europa reagieren zu können. Dass sich diese Haltung weitgehend durchgesetzt hat, rührt auch von der verstärkten Selbstrepräsentation der Geflüchteten her, die in Protestcamps in Berlin, München, Wien und mittels verschiedener Protestaktionen ihre Stimme erhoben und ihre Rechte einforderten.

«Homohalal» stellt sich der Thematik mit den Mitteln des Repräsentationstheaters, entspringt aber einem dieser Ereignisse, dem Wiener Refugee Protest Camp im Votivpark und in der Votivkirche. Die Theater- und Filmemacherin Tina Leisch, die dort Theaterworkshops mit Geflüchteten veranstaltete, bat den Wiener Autor Ibrahim Amir, aus den Wortbeiträgen der Teilnehmer/innen einen Stücktext zu entwickeln, der schließlich von den Geflüchteten aufgeführt werden sollte.

Amir, praktizierender Arzt und Nestroypreis-Gewinner für seine Ehrenmord-Komödie «Habe die Ehre», hatte 2002 Syrien verlassen, nachdem er wegen einer politischen Aktion (einer an der Uni von Aleppo organisierten Schweigeminute für die Opfer des ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 174
von Veronika Maurer