Hoffnung im Pop
Was, wenn die Krise kein Zusammenbruch wäre? Keine Katastrophe, sondern der Anfang von etwas Neuem? Was, wenn die Krise eine Gesellschaft überwinden würde, die gebaut ist auf Abwertung, auf Hass, auf Entfremdung? «Sexualisierte Gewalt, Homophobie, Transphobie!», kann alles weg. Und die neue Welt, die dann beginnt, wäre eine aus cooler Musik, aus Zärtlichkeit und Solidarität. Apokalypse, Baby!
Eigentlich hätte Theresa Henning Markolf Naujoks «Every Heart Is Build Around A Memory» fürs Staatstheater Hannover inszenieren sollen.
Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie aber schrieb sie einen eigenen Text, assoziativ, schnell, aktualitätstrunken: «Der Beginn einer neuen Welt», als atemlose Dauerrede dreier Figuren an einem Nicht-Ort. «Der Tag meiner Geburt war der Tag meines Sterbens», raunt Tabitha Frehner an einer Stelle im tiefen Existenzialismus, das gibt den Ton des gerade mal einstündigen Abends vor: Henning schreibt aus der Position des schwermütigen Teenagers, voller Pathos, das nie Distanz zu sich zulässt, fiebrig, mit bebenden Lippen. Kaum erträglich, wenn man über 20 ist.
Aber, und das ist der Pluspunkt dieses Stücks: Mit all diesem Pathos schreibt Henning eben auch sehr ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 51
von Falk Schreiber
Wolfgang Schuch verdanke ich seit langem schon sehr viel. Sein Verlust berührt mich tief, insbesondere weil er einer der ersten Theaterleute außerhalb Kataloniens war, der sich für unsere Dramatik interessierte, sie verstand und wertschätzte. Was gleichermaßen auch für unsere Sprache gilt, für unsere ganze Art, zu sein und zu handeln, für die katalanische Kultur....
Come as you are (jokastematerial oder der kapitalismus wird nicht siegen)
© Henschel Schauspiel Theaterverlag 2020
These fragments I have shored against my ruins.
t. s. eliot, the waste land
content
im jahr 2015 ereignet sich die endgültige vertrocknung des landes
ein dichter versucht sein bröckelndes leben neu zu lesen
und schamane seines stammes zu werden
...
Die Wege eines Theaterstücks sind manchmal verschlungen. In diesem Fall führt der Umstand, dass die in München lebende israelische Regisseurin Sapir Heller sowohl bereits am Landestheater Schwaben als auch ein Stück von Maya Arad Yasur inszeniert hat (2018 die DE von «Amsterdam» am Münchner Volkstheater) folgerichtig dazu, dass das neue Stück der gefragten...
