Hoffnung im Pop
Was, wenn die Krise kein Zusammenbruch wäre? Keine Katastrophe, sondern der Anfang von etwas Neuem? Was, wenn die Krise eine Gesellschaft überwinden würde, die gebaut ist auf Abwertung, auf Hass, auf Entfremdung? «Sexualisierte Gewalt, Homophobie, Transphobie!», kann alles weg. Und die neue Welt, die dann beginnt, wäre eine aus cooler Musik, aus Zärtlichkeit und Solidarität. Apokalypse, Baby!
Eigentlich hätte Theresa Henning Markolf Naujoks «Every Heart Is Build Around A Memory» fürs Staatstheater Hannover inszenieren sollen.
Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie aber schrieb sie einen eigenen Text, assoziativ, schnell, aktualitätstrunken: «Der Beginn einer neuen Welt», als atemlose Dauerrede dreier Figuren an einem Nicht-Ort. «Der Tag meiner Geburt war der Tag meines Sterbens», raunt Tabitha Frehner an einer Stelle im tiefen Existenzialismus, das gibt den Ton des gerade mal einstündigen Abends vor: Henning schreibt aus der Position des schwermütigen Teenagers, voller Pathos, das nie Distanz zu sich zulässt, fiebrig, mit bebenden Lippen. Kaum erträglich, wenn man über 20 ist.
Aber, und das ist der Pluspunkt dieses Stücks: Mit all diesem Pathos schreibt Henning eben auch sehr ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 51
von Falk Schreiber
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