«Hallo?! ... Hörst du mich noch?!»

Das Berliner Ensemble bietet jetzt Spaziergänge via Telefon an. Ob das funktioniert und wie es sich anfühlt – ein Selbstversuch

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Okay, es ist dunkel, nasskalt und windig, und ausgerechnet jetzt soll ich spazieren gehen. Freiwillig würde ich bei so einem Wetter ja keinen Fuß vor die Tür setzen, aber ich bin verabredet, also führt kein Weg drumrum. Genauer gesagt habe ich mich zum sogenannten «BE Walk Spezial» angemeldet, einem Spaziergang auf Distanz, mit dem das Berliner Ensemble sein Publikum während der coronabedingten Theaterschließungen bei Laune halten will. Ein ähnliches Format hatte das Haus auch schon im Frühjahreslockdown angeboten.

Damals durfte man sich allerdings noch von Angesicht zu Angesicht treffen, um beim gemeinsamen Flanieren mit einem Unbekannten über Gott, die Welt und das Theater zu sprechen. 

Wegen der hohen Infektionszahlen hat das BE sein Format nun noch einmal modifiziert: Jetzt soll man schön alleine spazieren gehen und sich dabei mit einem per Los zugeteilten Theatermitarbeiter via Handy unterhalten. Na, das kann ja heiter werden, denke ich, Telefongespräche führe ich gerade eigentlich mehr als genug. 

Kurz bevor es losgeht, werden mir noch ein paar Impulsfragen zugeschickt: «Was bedeutet Theater für Sie?» – «Welches Motto würden Sie einer ‹Gesellschaft der Zukunft› in der Sie ...

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Theater heute Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Anna Fastabend

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