Gekommen, um zu helfen

Karin Beiers «Schiff der Träume» holt am Hamburger Schauspielhaus afrikanische Performer an Bord eines Stadttheatertankers

Okay, im Deutschen Schauspielhaus Hamburg wird keine Bombe geworfen. In Federico Fellinis Porträt einer dem Untergang geweihten Schiffsgesellschaft «E la nave va» (1983) dagegen schon. Dort schleudert sie am Vorabend des Ersten Welt­kriegs ein serbischer Jugendlicher, der mit mehreren Dutzend gerade erst aus Seenot geret­teten Leidensgenossen nach dramatischen Verhandlungen vom Luxusliner «Gloria» an die ös­ter­reich-ungarische Marine ausgeliefert werden soll, auf das nahende Kriegsschiff.

Ein selbstgebautes Bömbchen mit fatalen Folgen, denn der Kreuzer feuert schwer zurück und versenkt die mit der Crème der europäischen Opernszene beladene Edelbarke. Der überlebende Chronist, der zauselbärtige Journalist Orlando, wundert sich aus dem Off, dass der Attentäter zu so einer selbstzerstörerischen Tat überhaupt imstande war. Schließlich war er doch frisch verliebt, und zwar in Orlandos eigene Flamme, eine blutjunge höhere italienische Tochter, die dem Junganarchisten völlig freiwillig vom Luxusdeck in die Kriegsgefangenschaft gefolgt ist.

Die schönsten Frauen spannen sie uns aus, undankbar sind sie, und dann zündeln sie auch noch so lange herum, bis der ganze Laden in die Luft fliegt: ...

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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Eva Behrendt

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