Frontlinien nah und fern

An den Münchner Kammerspielen adaptiert Amir Reza Koohestani «Die Attentäterin» von Yasmina Khadra, und im Cuvilliestheater sucht Timofej Kuljabin mit «Am Kältepol» eine Form für Warlam Schalamows schonungslose Gulag-Erzählungen

Zweifellos gehört es zu den gelungenen Inszenierungen der Lilienthal-Kammerspiele, den eigenen Abgang zu einer Querelle des Anciens et des Mo­dernes zu stilisieren, mit sich selbst in der Rol­le des unverstandenen Erneuerers und der Münchner CSU-Stadtratsfraktion als kleingeistig kläffenden Kultur-Dackeln mit beschränktem Quoten-Horizont.

Gewiss muss es von außen betrachtet als Supergau der Kulturpolitik erscheinen, wenn der von Kulturreferent Hans-Georg Küppers noch unter Alt-OB Christian Ude und einer sicheren SPD-Mehrheit im Stadtrat berufene Intendant mit dem Auftrag, eine weltoffene und künstlerisch vielseitige Zukunfts­vision für das deutsche Stadttheater zu entwickeln, nun angeblich entnervt vom mangelnden Rückhalt für seine Arbeit in der Politik das Handtuch wirft.

Dabei lag auch schon vor dem CSU-Votum, spätestens seit der überraschend vorzeitigen Abwanderung von Hausregisseur Nicolas Stemann und Chefdramaturg Benjamin von Blomberg als neues Intendantenduo des Zürcher Schauspielhauses ab 2019 so etwas wie Ernüchterung in der Luft. Dass Richard Quaas, kulturpolitischer Sprecher der CSU, mit seinem in der Tat provinziell-bornierten Statement, die Zeit der finanziellen und ...

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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 42
von Silvia Stammen

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