Ende einer Testfahrt?

Christina Weiss, Staatsministerin für Kultur, und Hortensia Völckers, künstlerische Direktorin der Bundeskulturstiftung, im Gespräch über Chancen, Schwierigkeiten und Perspektiven beim Versuch, wieder eine Nationalkultur zu begründen

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Theater heute Die Erfindung des Kulturstaatsministeriums und die Schaffung der Bundeskulturstiftung gehören ohne Zweifel zu den großen Erfolgen der rotgrünen Regierung. Michael Naumann, Julian Nida-Rümelin und Sie haben das bestehende Kulturengagement des Bundes nicht nur besser sichtbar gemacht, sondern auch deutlich verstärkt; bestes Beispiel eben die Bundeskulturstiftung. Damit ist nach langen Querelen und gegen heftige Widerstände ein Finanzierungsinstrument geschaffen worden, das hilft, die Beschränkungen des Föderalismus aufzubrechen.

Christina Weiss, Sie haben das Amt der Kulturstaatsministerin 2004 angetreten, nachdem Sie über ein Jahrzehnt als Kultursenatorin in Hamburg, föderalistisch betrachtet, auf der anderen Seite standen. Wie waren da denn die Erwartungen?

Christina Weiss Ich hatte das Amt, schon weil ich die Debatte darum miterlebt habe, aus Landesseite sehr genau im Blick und hatte damit überhaupt kein Problem, sondern war sehr glücklich, dass es endlich auf bundespolitischer Ebene einen klaren Ansprechpartner gab. 

TH Die entsprechenden Abteilungen waren vorher im Innenministerium.

Weiss … die meisten im Innenministerium, einiges auch im Wirtschaftsministerium. ...

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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Bilanz Bundeskulturpolitik, Seite 102
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille

Vergriffen
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