Ende einer Testfahrt?
Theater heute Die Erfindung des Kulturstaatsministeriums und die Schaffung der Bundeskulturstiftung gehören ohne Zweifel zu den großen Erfolgen der rotgrünen Regierung. Michael Naumann, Julian Nida-Rümelin und Sie haben das bestehende Kulturengagement des Bundes nicht nur besser sichtbar gemacht, sondern auch deutlich verstärkt; bestes Beispiel eben die Bundeskulturstiftung. Damit ist nach langen Querelen und gegen heftige Widerstände ein Finanzierungsinstrument geschaffen worden, das hilft, die Beschränkungen des Föderalismus aufzubrechen.
Christina Weiss, Sie haben das Amt der Kulturstaatsministerin 2004 angetreten, nachdem Sie über ein Jahrzehnt als Kultursenatorin in Hamburg, föderalistisch betrachtet, auf der anderen Seite standen. Wie waren da denn die Erwartungen?
Christina Weiss Ich hatte das Amt, schon weil ich die Debatte darum miterlebt habe, aus Landesseite sehr genau im Blick und hatte damit überhaupt kein Problem, sondern war sehr glücklich, dass es endlich auf bundespolitischer Ebene einen klaren Ansprechpartner gab.
TH Die entsprechenden Abteilungen waren vorher im Innenministerium.
Weiss … die meisten im Innenministerium, einiges auch im Wirtschaftsministerium. ...
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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Bilanz Bundeskulturpolitik, Seite 102
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille
Mit seinem Essayband «Das letzte Territorium», der 2003 auf Deutsch erschien, wurde Juri Andruchowytsch über Nacht bei uns bekannt. Es galt, ein neues Land – nicht nur auf der literarischen Landkarte – bei uns zu entdecken. Denn was wussten wir schon über die Ukraine, das zweitgrößte europäische Land, das 1991 in die Unabhängigkeit gelangte? Tschernobyl,...
Uraufführungen
A Juri Andruchowytsch Orpheus Illegal (Düsseldorfer Schauspielhaus)
B Martin Baltscheit Schneewittchen darf nicht sterben (Düsseldorfer Schauspielhaus) und Winterzirkus (Forum Freies Theater Düsseldorf) ·· Igor Bauersima Boulevard Sevastopol (Burgtheater Wien) und Oh, Die See! (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) und Lucie de Beaune (Schauspielhaus...
Der Wunsch, einen eigenen Tod zu haben, wird immer seltener. Eine Weile noch, und er wird ebenso selten sein wie ein eigenes Leben. Man stirbt, wie es gerade kommt; man stirbt den Tod, der zu der Krankheit gehört, die man hat (denn seit man alle Krankheiten kennt, weiß man auch, dass die verschiedenen letalen Abschlüsse zu den Krankheiten gehören und nicht zu den...
