Diese entsetzliche Lücke!

Ein Wolfshund, der aus dem Eis kam: Das Wiener Schauspielhaus hat das Klimastück «Grelle Tage» der Schweizer Autorin Selma Matter uraufgeführt

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Profiteure gibt es immer, auch wenn die Gletscher schmelzen. In der sibirischen Kältekammer Jakutsk machen sich Mammutdealer daran, vom Permafrost befreite Mammutzähne auszugraben, schließlich lässt sich Fairtrade-Elfenbein auf dem Markt gut verkaufen, für die Stoßzähne aus dem Eis musste schließlich kein Elefant sterben. In der Schweiz hingegen verschwindet der Gipfel des Matterhorns: «Das Bergpanorama / ist immer noch ein Bergpanorama / aber mit einem Loch in der Mitte / Diese entsetzliche Lücke.» Touristisch ist das ein Desaster.

Postkarten müssen neu gedruckt werden, und noch schlimmer: Die Verpackung der Toblerone-Schokolade muss verändert, jeder einzelne Riegel aus dem Regal genommen und eingeschmolzen werden, weil die dreieckige Form nicht mehr stimmt.

Schmerz und Scherz gehen in Selma Matters Klimastück «Grelle Tage», das nun im Wiener Schauspielhaus uraufgeführt wurde (Regie: Charlotte Lorenz), leichtfüßig Seit an Seit. Drei Standorte, die untereinander verschränkt sind – die Handlung spielt zum Großteil parallel –, schlagen sich mit den verheerenden Auswirkungen der Klimakrise herum. Während in Jakutsk Häuser im Schlamm versinken und Archäologen und Mammutjäger sich um ...

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Theater heute März 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Karin Cerny

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