Die vorletzten Tage der Menschheit

In Wien zeigt Andrea Breth zum Abschied vom Burgtheater Hauptmanns «Die Ratten» als düsteres Endzeitdrama, während Jan Bosse die Apokalypse in zwei Hörspielen von Wolfram Lotz im Akademietheater eher komisch anpackt

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Zum Glück geht Gott nicht ins Theater. Er wäre einigermaßen entsetzt, wie her­untergewirtschaftet seine Schöpfung ist. Er hatte zwar nur sieben Tage Zeit, die Welt zu erschaffen, trotzdem verdient er nicht, was ihm der Hamburger Dramatiker Wolfram Lotz da in seinen beiden Hörspielen «Das Ende von Iflingen» und «In Ewigkeit Ameisen» (beide 2007 verfasst), die nun im Wiener Akademietheater zu einem Abend zusammengefasst wurden, um die Ohren knallt. Nicht nur die Menschheit ist eitel und verkommen, auch seine Engel sind unfähig.

Gleich zu Beginn seilen sich der Erzengel Michael mit imposantem Schwert (Christiane von Poelnitz) und sein begriffsstutziger Hilfsarbeiter Ludwig (Katharina Lorenz), der bloß eine Posaune mitgebracht hat, vom Schnürboden ab. Ihr Auftrag ist klar: Es ist der Tag des jüngsten Gerichts, sie sollen in einem Kaff namens Iflingen die Menschen zu Asche schlachten. Aber die beiden haben die Rechnung ohne das Dorf gemacht. Welches Haus sie auch betreten, keiner sitzt, wie in Gottes Drehbuch vorgesehen, vor dem Fernseher. Alle sind verschwunden. 

Aberwitz Apokalpyse 

Gottes Planlosigkeit und des Menschen Anteil: Auch im zweiten, titelgebenden Text «In Ewigkeit ...

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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Karin Cerny

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