Die Stadt, der Müll und die Kinder
Besucher überrascht Brüssel mit seltsamen Raumerfahrungen. Man passiert etwa den riesigen Justizpalast und steht plötzlich vor einem Fahrstuhl im Freien, der einen hinab in die Unterstadt bringt, als ginge es geradewegs zum Schafott. Sobald eine Straße hübsch oder elegant zu werden droht, stellt sich eine brutalistische Wand aus den Siebzigern oder eine düstere Kirchenfassade aus dem Barock in die Sichtlinie.
Und vor der gerade in den Regenbogenfarben der LGBT-Bewegung geschmückten Börse im Zentrum findet man sich in einem Meer verwelkter Blumen wieder: eine der wenigen sichtbaren Narben der Terroranschläge vom 22. März.
«Es gibt keine Harmonie in Brüssel», lacht Christophe Slagmuylder, angesprochen auf das widersprüchliche Stadtbild. Der gebürtige Brüsseler und künstlerische Leiter des Kunstenfestival des Arts führt es auch auf den gerade wieder aufbrechenden Dauerkonflikt, das «belgische Problem» zwischen Flamen und Wallonen zurück, das sich durch sämtliche politische und soziale Institutionen und selbst die Medien zieht: «Belgien ist eigentlich ein ‹failed state›», meint er, «die letzte Regierungsbildung hat 200 Tage gedauert. Brüssel ist der Ort, an dem Kompromisse ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Ausland, Seite 31
von Eva Behrendt
Aalen, Theater der Stadt
2. Goldoni, Mirandolina
R. Karin Eppler (Schloss Wasseralfingen)
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
1. nach Grimmelshausen,
Das abenteuerliche Leben des Simplicissimus
R. Laura und Tobias Goldfarb/Lisa Quarg
Berlin, Schlosspark Theater
17. Schiller, Die Jungfrau von Orleans
R. Stefan Kleinert
28. Goldoni, Mirandolina
R. Stefan Kleinert
Coburg,...
In ihren Studienjahren hatte sie sich schon mal bis nach Köln, Bonn und Bern vorgewagt, dann aber ging sie dorthin zurück, wo sie herkam: nach Wuppertal. Zeigt Anne Lepper sich heute auf einem Podium, ist der diskursive Ertrag der Veranstaltung eher überschaubar, sitzt da doch eine scheue und zuweilen auch etwas störrische Autorin. Etwas von dieser Mischung aus...
Wenn große Männer fallen, dampft das Theater. Dramatische Staatsaktionen, menschliche Abgründe, alpine Steig- und Fallhöhen, große Worte, letzte Blicke – tragische Schicksalsstürze sind die Hochgebirgspanoramen der dramatischen Zunft. Zwar schreiben die zeitgenössischen Autoren beharrlich keine neuen Königsdramen – wäre auch schwierig im postdemokratischen...
