Die schwarze Bestie
Es beginnt mit einem Ende. Die letzten Töne einer festlichen Musik sind zu hören. Ein Tusch. Dann Applaus. Zwei Hände, Füße, dann der dazugehörige Mann schieben sich durch den Vorhang am hinteren Bühnenende. Nach und nach folgen ihm seine Mitspieler, dann stehen sie alle vor uns: drei Frauen, drei Männer. Gekleidet in Alltagsklamotten. Ein gefrorenes Lächeln auf den Gesichtern. Langsam, wie durch eine unsichtbare Hand gebremst, treten sie nach vorne, lassen uns ganz allmählich begreifen, dass sie nichts anderes tun als alle anderen Schauspieler am Ende ihrer abendlichen Arbeit.
Sie verbeugen und bedanken sich. Vor uns steht das Ensemble einer anderen Vorstellung, stehen Schauspieler, die ihre heutige Arbeit hinter sich haben und nun, vor uns, kommentieren, was sie tun: die beendete Vorstellung, ihre Rollen darin, ihre Arbeitsbedingungen, das Leben in Hotels, immer umgeben von den Kollegen, ihr Spiel, ihre Gagen, ihre Subventionen und uns.
60 Minuten lang lässt die in Amsterdam und Paris produzierende, in Zagreb geborene Regisseurin Ivana Müller sechs Performer dieses Spiel veranstalten: Eine minima–listische Performance, die die Regeln ihrer Produktion ausstellt. Doch so einfach ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Theorie, Seite 30
von Nikolaus Müller-Schöll
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Es ist mir ein Bedürfnis geworden, Bomben zu werfen. Das prickelt einem ordentlich, das ist ein feines Gefühl. Das ist ebenso schön, wie einen abzuschießen», schwärmt im Juli 1940 ein Deutscher namens Pohl, Oberleutnant der Luftwaffe, zur damaligen Zeit Kriegsgefangener. Dokumentiert haben Sätze wie diese Briten und Amerikaner, die während des Zweiten Weltkriegs...
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