Die Dramaturgin, die sichtbar wurde

Zum Tod der ungarischen Theatermacherin und Aktivistin Anna Lengyel (1969–2021)

Sie war Dramaturgin, Übersetzerin, Produzentin, eine Kämpferin und Aktivistin. Sie setzte sich ein für die Rechte der Unterdrückten. Ob die Unterdrückung von der Regierung kam oder von einem Facebook-Post, egal: Anna Lengyel ergriff stets sehr energisch Partei bei öffentlichen Diskussionen.

Zur Welt kam sie in Budapest, in einer bekannten Literatenfamilie. Als sie sich für das Studium der Dramaturgie an der Theaterakademie bewarb, verbarg sie ihre Herkunft; sie wollte wegen ihrer eigenen Leistungen akzeptiert werden, eine Praxis, die sie lange beibehielt.

Bekannt für ihre exzellenten englischen und deutschen Sprachkenntnisse baute sie sich seit frühen Studentenjahren eine internationale Karriere auf. Von 1994 bis 2002 arbeitete sie als Dramaturgin für das legendäre Theater Kaposvár und eng u.a. mit Tamás Ascher und István Eörsi zusammen. Ascher nannte sie ihren Meister. 

Die Jahre 2004 bis 2008 waren geprägt von der Zusammenarbeit mit einer anderen legendären Gruppe, dem Krétakör-Theater, geleitet von Árpád Schilling; es waren die besten Jahre des Krétakör. Im Jahr 2008 wandte sie sich dann eigenen Projekten in der Freien Szene zu und brachte als Gründerin und Produzentin von ...

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Nachruf, Seite 63
von Andrea Tompa

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