Der Anfang vom Ende

München Kammerspiele: René Pollesch «Gasoline Bill»

Die ganz großen Themen sind weg (so zumindest das Titelstatement der letztjährigen Pollesch-Folge an den Münchner Kammerspielen), aber es gibt immer noch viel zu besprechen, und selbst die alten Menschheitsfragen nach Erlösung, Liebe und warum wir um Himmels Willen alle ewig so weitermachen wollen, haben sich im postmodernen Faschingskostüm durch die Hintertür wieder eingeschlichen. Vier Cow­boys im Glitzer-Fummel (Kostüme: Nina von Mechow) sind bei «Gasoline Bill» zum Theorie-Rodeo angetreten.

Neben Katja Bürkle und Benny Claessens sind mit Kristof Van Boven und Sandra Hüller zwei Pollesch-Neueinsteiger dabei, die sich mit souveräner Nonchalance zwischen den einschlägigen Aggregatszuständen Understatement und Hysterie bewegen und beweisen, dass das bewährte Diskurs-Slang-Format allen Mahnungen zum Trotz noch lange nicht totgeritten ist.

Bert Neumann hat Bühne und Proszeniumslogen der Kammerspiele mit gleißendem Lametta verhängt und hinter dieser verheißungsvollen Verhüllung einen drehbaren Sperrholzverschlag ohne Rückwand, also so etwas ähnliches wie ein Theater auf dem Theater, platziert. Vorn lockt die Aufschrift «LAST CHANCE» über einer einladenden Saloonschwingtür, während ...

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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Silvia Stammen

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