Das Paradox der Veränderung

Ein Impulsvortrag in fünf Akten für das Bundesforum Freies Theater 2021 in Berlin

Als ich vor neun Jahren nach Berlin kam, hieß eine der ersten Empfehlungen: «Du musst das k-fetisch auschecken.» Auf der Internetseite des k-fetisch schreiben die Mitglieder des Kollektivs: «Wir alle teilen einen feministischen und anti-rassistischen Grundkonsens. Unsere diversen politischen Überzeugungen sind in diesen Laden geflossen und werden auch immer mal wieder neu verhandelt. Unser Anspruch auf Vielfältigkeit bildet sich in der Unterschiedlichkeit unserer Veranstaltungen sowie auch in den wechselnden Buchreihen ab.

Wir wünschen uns einen Ort zu ermöglichen, an dem sich möglichst viele Menschen, von Nachbar*In bis ‹Szene›, wohlfühlen. Dazu gehört für uns, möglichst barrierearm zu sein – auch bei den Preisen (…) vor allem – sorgt mit dafür, dass rassistisches, homophobes, sexistisches und anderweitig diskriminierendes Verhalten hier keinen Platz findet.» 

Aber dann erhielt ich am 29. Mai 2020 den folgenden k-fetisch-Newsletter per E-Mail: Betreff: Erste Veröffentlichung zu grenzüberschreitendem bzw. sexualisiert übergriffigem Verhalten im k-fetisch

Liebe alle, einige von euch wundern sich vielleicht, warum der Laden geschlossen ist. Wir haben von grenzüberschreitendem bzw. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2021
Rubrik: Freie Szene, Seite 46
von Sivan Ben Yishai

Weitere Beiträge
Premieren 11/21

AACHEN, THEATER
19. Sartre, Die schmutzigen Hände
R. Sebastian Martin
20. nach Lindgren, Die Brüder Löwenherz
R. Ewa Teilmans

AALEN, THEATER DER STADT
21. Ebel, Ox & Esel – Eine Art Krippenspiel
R. Winfried Tobias

ALTENBURG/GERA, TPT
7. Trask, Hedwig and the Angry Inch
R. Louis Villinger
12. nach Christie, Die Mausefalle
R. Jörg Steinberg
25. nach den Gebrüdern...

Wissen ist Wahnsinn

Der Hundertjährige, der auf die Bühne steigt und erzählt, das ist natürlich nicht Friedrich Dürrenmatt himself, das ist der Schauspieler Andrea Bettini. Aber er passt da ganz gut hin. Hinter sich der geschlossene Vorhang, vor sich das Basler Premierenpublikum, saugt der Dürrenmatt-Darsteller an seiner Zigarre und an einer Studenten-Anekdote, die der Dramatiker...

Alles wagen

Hatten seit Beginn der Intendanz von Shermin Langhoff jemals zwei Schauspielerinnen, weiß wie Schneeflocken, die Bühne für sich allein, begleitet nur von einem ebenfalls weißen Harfenisten? Das Team um die erstmals am Maxim Gorki Theater inszenierende Regisseurin Leonie Böhm hat den Bruch mit der postmigrantischen Normalität am Haus dick unterstrichen: Svenja...