Das Globalisierungsbarometer

Neun Jahre lang hat das HAU in Berlin-Kreuzberg Theater als überaus erfolgreiches Dokumentarfestival betrieben. Intendant Matthias Lilienthal und seine Stellvertreterin Kirsten Hehmeyer erzählen, wie es dazu kam. Ein "Theater heute"-Gespräch

TH Matthias Lilienthal, Kirsten Hehmeyer, Ihre Zeit am HAU geht im Juni zu Ende. In zehn Jahren ist aus dem Bühnenkombinat im nordwestlichen Kreuzberg eins der erfolgreichsten Theater der Hauptstadt geworden – zwei Einladungen zum nächsten Theatertreffen, gute Auslastungszahlen und, nicht zuletzt, eine zugewandte Presse. Das war 2003/04, als Sie die drei Spielstätten Hebbel-Theater, Theater am Halleschen Ufer und Theater am Ufer übernahmen und zum HAU zusammenschlossen, nicht abzusehen, denn jede dieser Bühnen steckte in Schwierigkeiten und hatte ihre je eigenen Tücken.

Wie hat das damals alles angefangen?

Matthias Lilienthal Ich wäre selber, von der Volksbühne kommend, gar nie auf die Idee gekommen, mich um das Ding zu bewerben. Dazu kam es nur, weil mich zwei Jahre vorher Nele Hertling anrief und fragte, ob mich das Hebbel-Theater nicht interessiert. Am Anfang hatte ich auch Akklimatisierungs-Schwierigkeiten bei der Freien Szene und den Performern. Da habe ich mit meiner Stadttheaterprägung manche Qualitäten gar nicht erkannt, sondern vor allem Defizite gesehen. Außerdem hatte ich ja nur Geld für eines der Theater, aber nicht für drei. Deshalb hab ich mir partizipative Konzepte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute April 2012
Rubrik: Neun Jahre HAU, Seite 24
von

Weitere Beiträge
Berlin: Maxim Gorki Theater (Studio), Schaubühne

Der Waldorf-Schüler, Ex-Barkeeper und Auto-Didakt Juri Sternburg, Berliner vom Jg. 1983, hat sich in einem Interview einmal einen «sinnsuchenden Alles- und Nichtskönner» genannt. Unter dieses Label könnten vermutlich auch Andrej und Igor schlüpfen, zwei merkwürdig vage zwischen Fick dich! und Shakespeare changierende Junkies, die ihre Sinnsucherfragen an keinen...

Pläne der Redaktion

Neues von Fassbinder? In München wird der Autor/Filmemacher dieseits und jenseits der Maximilianstraße auf die Probe gestellt: «Petra von Kant» im Residenztheater und «Der Satansbraten» in den Kammerspielen.

 

Käthe hat lange auf vieles verzichtet: Karriere, Beruf, Glück. Doch jetzt dreht sie den Spieß um: Anne Leppers «Käthe Hermann» ist eine finstere Groteske....

Halle: Neues Theater Studio

Zum Auftakt jugendliche Protestkultur: Ein BMW wird abgefackelt. Dann die Ansage: «Es folgt ‹Volks­feind› von Ibsen ...» – Was nun abgeht im Studio vom Neuen Theater Halle, nennt Regisseurin Martina Eitner-Acheampong «eine Untersuchung». Titel: «Ungehorsam!» Die Untersucher: Regie, Dramaturgie (Marie Senf) sowie ein energiestrotzender Studententrupp der Leipziger...