Comeback eines Urgesteins
Es ist ein strahlender Herbsttag in Wien – aber so sonnig ist es nun auch wieder nicht, dass man die Brille das ganze Gespräch über aufbehalten müsste. Zumal das Treffen im abgedunkelten Erzherzogzimmer im Burgtheater stattfindet. Und der Porträtierte nicht der New Yorker Musiker Lou Reed ist, sondern der Wiener Schauspieler Johannes Krisch.
Aber Krisch ist nun einmal ein cooler Hund. Er ist der Rockstar unter den Burg-Schauspielern.
Er trägt eine zerrissene, ausgewaschene Jeans mit passend knapp geschnittener Jacke dazu, so als ginge er gleich zum Shooting für einen italienischen Designer. Er wippt nervös mit den Beinen, schüttet Kaffee in sich hinein und raucht Kette. Aufgekratzter und ungesünder in seinem Suchtkonsum könnte ein von der Tour erschöpfter Musiker auch nicht sein. Zwei Tage zuvor ist Krisch zur Burg-Saisoneröffnung auf der Bühne gestanden und hat eine seiner Lieblingsrollen gespielt – den Frontmann seiner Band, die sich auf Coverversionen spezialisiert hat: von Lou Reed.
Figur aus einer versunkenen Welt
Natürlich stimmen Klischees nur bis zu einem bestimmten Punkt. Denn: Welcher Rocker würde von Claus Peymann schwärmen? «Peymann ist meines Erachtens der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2011
Rubrik: AKTEURE, Seite 38
von Karin Cerny
Leicht hat es das Hamburger Schauspielhaus schon eine ganze Weile nicht. Nach dem abrupten Ende der glücklosen fünfjährigen Intendanz Friedrich Schirmers im September 2010, begründet mit den Einsparungen, die Reinhard Stuth, der kürzest amtierende Kultursenator aller Zeiten, als Highlight seiner sechsmonatigen Amtszeit dem Schauspielhaus verordnete, gelang es den...
Am 11. März 2011 erschüttert ein Erdbeben der nie verzeichneten Stärke 9,0 den Nordosten Japans. Kurz darauf trifft eine ungeheure Tsunami-Welle auf die Küste.
Am Tag des Bebens wird von 133 Toten berichtet, am Folgetag von 686, nur wenige Wochen später haben sich die Schätzungen auf 28.000 Tote und viele Vermisste erhöht. Mittlerweile spricht man von 120.000...
Neulich hat ein Wiener Philosoph wieder eine Kulturrevolution ausgemacht. Seit Mitte der Neunziger beobachtet Robert Pfaller einen öffentlichen «Beleuchtungswechsel». Dabei geht es um die ziemlich zentrale Frage, «wofür es sich zu leben lohnt», und vor allem um bedeutende Verschiebungen, was die allgemein akzeptierten Antworten betrifft: «Objekte und Praktiken wie...
