Clemens J. Setz: Die Abweichungen

© Suhrkamp Theater Verlag 2018

VORSPIEL 

Eine winzige Gemeindebauwohnung. Feuerwehr und zwei Polizeibeamten im Raum. Die Wohnungstür ist aufgebrochen worden. Die Polizisten stehen vor einem offenen Schrank, dessen Inhalt nur für sie sichtbar ist. Im Raum stehen auffallend viele  mit Tüchern abgedeckte Kästen herum, von der Größe etwa mit kleineren bis mittelgroßen Aquarien vergleichbar. 
Erster Polizist (hält sich eine seiner behandschuhten Hände unter die Nase) Wieso man die neuerdings alle in sowas findet.


Zweiter Polizist Hm, ja. Manche Leute sind halt ordentlich und falten sich selbst weg, bevor sie.
Erster Polizist Wenn die Zeit da ist.
Zweiter Polizist Vielleicht einfach Höflichkeit. Was weiß man schon.  
Erster Polizist Es macht einen irgendwie fertig, wie genau sie da reinpasst. Schau dir das an. Wie eine Batterie ins Batteriefach.
Zweiter Polizist Stimmt. Füllt genau die Hohlform zwischen den Geräten aus. Absurd.
Erster Polizist Glaubt einem dann später keiner.
Zweiter Polizist Ah, die Leute glauben nie was. Vielleicht auch besser so. Weil, stell dir vor.
Erster Polizist Ja. Pause. Okay dann.
 

1. SZENE

Lisa Kaindl, 33, sitzt auf ihrem Bett. Sie hat ein Telefon in der Hand, sie hat soeben das Gespräch ...

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Theater heute Oktober 2018
Rubrik: Stückabdruck, Seite 99
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