Die Guten und die Bösen

Weimar Claudia Grehn/Darja Stocker «Reicht es nicht zu sagen ich will leben»

Am Ende sitzen sie im Knast, Annette (19) und Isabell (22), verhaftet auf einer Demo gegen die jahrelange Wegsperrung von Asylbewerbern.

Dort endlich sind sie alle aufeinander getroffen: Annette, das Kind aus gutem Hause mit dem großen Leeregefühl und der diffusen Scham der Privilegierten, Isabell, die abgebrochene Studentin, Tochter einer ausgenutzten Altenpflegerin, Vera (29), die sich im Asyllager schon lange engagiert, der Schulverweigerer Joschi (19), der aus allgemeinem Frust mal einen Asylanten verprügelt hat, Mayade (23), die endlich rauswill aus dem Lager, die Geschichtslehrerin Manuela (56), die versucht, ihren Schülern in Buchenwald nach Scham und Schuld auch Wut, Verantwortung und Solidarität beizubringen. Und Brietz (61), der von Köln nach Weimar zog, um seinem Schwiegersohn bei der Sanierung eines Unternehmens zu helfen, bis er dessen Zynismus kapierte und auf dem Rechtsweg gegen die Selbstbedienung der Eliten ins Feld zog.

Das allein ist schon eine ungewöhnlich große Figurenmenge für ein deutsches Stück.
Darja Stocker und Claudia Grehn begnügen sich aber nicht mit diesen sieben unterschiedlich alten, unterschiedlich motivierten und unterschiedlich guten Wutbürgern, ...

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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Chronik, Seite 76
von Barbara Burckhardt