Selbst­verwirklichungs­fetischisten­sau?

René Pollesch «Peking Opel» (U, Akademietheater)

Der Titel der fünften Wiener Pollesch-Arbeit klingt gut, hat mit dem Stück aber weder inhaltlich noch formal etwas zu tun. «Peking Opel» handelt nicht von der Krise bei General Motors, sondern von der Krise des Dramas, und Pollesch bedient sich dafür nicht etwa altehrwürdiger asiatischer Theaterformen, sondern greift abermals auf den Hollywood-Fundus und aktuelle Theorie zurück.



Auf der Leseliste standen diesmal Giorgio Agamben («Profanierungen»), Jean-Luc Nancy («Singulär plural sein») und Klaus Theweleit («Objektwahl»); die Personenkonstellation hat Pollesch aus Ernst Lubitschs Komödie «Serenade zu dritt» (1933) übernommen. Der Plot: Gilda bildet mit dem Maler George und dem Dramatiker Tom einen platonischen Dreier – und heiratet den Werbefachmann Plunkett. Bei Pollesch sind George und Tom zwei Hörspielmacher, deren größter Erfolg eine Radiopantomime (!) namens «Die stille Stunde» ist. Devise: «Wir werden verstanden, aber man hört uns nicht» – alles klar? Die Szene, in der Martin Wuttke (als Tom) die schlechte Pantomime seiner Kollegen am Vibraphon (!) begleitet, zählt übrigens zu den Höhepunkten des Abends.

In den Hauptrollen sind ausschließlich erfahrene Pollesch-Spieler ...

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Theater heute Juli 2010
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Wolfgang Kralicek

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