Kreiseln im Wald

Großes Haus: Friedrich Schiller «Die Räuber»

Es kann schon mal passieren, dass einem Regisseur beim Inszenieren die Zeit davonläuft. Da ist er dann nach zwei Stunden noch immer mitten im Text und sollte doch langsam, aber sicher zum Ende kommen. Wohl dem, der da über eine Dreh­bühne verfügt: In der Rotation liegt die Kraft, die jedes noch so lange Drama schafft.

So geschehen und gesehen in Regensburg, wo Marcus Lobbes die Scheibe als Welt entdeckt und seine Figuren so heftig im Kreis bewegt, dass einem ganz schwindlig wird.

Schillers «Räuber» beginnen da zwar recht beschaulich im schmucken, mit Kronleuchtern verzierten Wohnzimmer, enden aber dann nach erst sanften, schließlich immer rascheren Szenenwechseln im Wald, der nun durchrast wird von Karl Moor (Gunnar Blume), wobei ihm immer wieder Wände in die Quere kommen, durch die er aber unbeschadet geht. Auch Personen des Dramas stehen ihm bisweilen im Weg, doch es dreht sie zuverlässig weg ins Dunkel.

So erfährt man von dem Stück, von den Menschen und ihren Seelenzuständen, von den Verwicklungen und Verstrickungen eigentlich nur im Vorübergehen. Lobbes hat sich den Text zurechtgestrichen, hat manchen Schauspielern zwei verschiedene Rollen verordnet, ihnen freilich das ...

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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Chronik: Regensburg, Seite 60
von Bernd Noack