Fake the rest

Eyel Weiser «Nystagmus – Eine große deutsche Kunstausstellung» (U)

Mit seinem hauseigenen Festival «radikal jung» hat das Münchner Volkstheater in den letzten zehn Jahren nicht nur eine beachtete Plattform für junge Regisseure geschaffen, sondern auch in eigener Sache eine Art Testlabor für künftiges künstlerisches Zusammenarbeiten, in dem man bereits mehrfach fündig geworden ist, so wie jetzt wieder mit dem Engagement des israelischen Theatermachers Eyal Weiser.

Nach zwei «radikal jung»-Gastspielen seiner Stücke «Mein Jerusalem» (2013) und «This is the Land» (2014), in denen fiktive Künstlerbiografien erhellende Schlaglichter auf die politischen Narben der deutsch-israelischen Geschichte werfen, wenn zum Beispiel eine ost-west-deutsche Fotografin, die den Berliner Mauerfall dokumentiert hat, nach manchen Irrwegen an der neu errichteten Mauer im Westjordanland strandet, wurden Weiser und sein Team nun zum ersten Mal zur Entwicklung einer Eigenproduktion ans Volkstheater eingeladen.

«Nystagmus», so der Titel, bedeutet unkontrolliertes Augenzittern, das die Wahrnehmungs­fähigkeit beeinträchtigt, eine Krankheit, die Hitler seinerzeit modernen Künstlern zuschrieb, die Realität nach eigenen Vorstellungen und nicht nach denen der Nazis konstruierten, was ...

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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Chronik: München Volkstheater, Seite 55
von Silvia Stammen