Seminar der Frustrierten

Kassel: Kathrin Röggla «Nicht hier oder Die Kunst zurückzukehren» (U, tif)

Auch Kathrin Rögglas letztes Stück «Die Be­teiligten» befasste sich mit einer ausgefallenen Jobsituation, der sie Verallgemeinerungsfähi-ges (zum Politikgeschäft) ablauschte: Simultan­dolmetscher. Für Kassel hat sie sich jetzt eine Gruppe von Menschen vorgenommen, die als NGOs, Entwicklungshelfer oder Corporate Internationals im Ausland gearbeitet haben, jetzt aber zurückgekehrt sind. In der Regel nicht freiwillig, sondern weil ihr Vertrag auslief, die alten Eltern Betreuung brauchten, ein Projekt zu Ende war.

Die fingierte Situation ist ein Seminar, das ihnen die Wiedereingliederung erleichtern
soll, die Seminarleiterin Sandra selber eine unwillig Heimgekehrte. Das Publikum wird als schweigende Seminarteilnehmer angenommen; auf der Bühne Knut, ein «Sozialsöldner», der nie zurückkehren möchte; Dirk, der als Agrar­ingenieur beim DED (Deutscher Entwicklungsdienst) in Ecuador war, wo er seine Fau fand. Die Ehe überlebt die Rückkehr nicht, erst nannte seine Fau ihn einen Sesselpuper (er «evaluiert» jetzt Entwicklungsprojekte), dann verschwand sie wieder nach Ecuador. Maren war WHO-Länderdirektorin, betrachtet Entwicklungshilfe nicht moralisch, sondern «systemisch», ist aber jetzt zur ...

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Theater heute November 2011
Rubrik: CHRONIK, Seite 52
von Barbara Burckhardt