Lerche im Keller

Ibsen «Nora»

Zu «Nora» gehört nicht nur das berühmteste Türschlagen der Theatergeschichte, der Bums am Ende, es gehört auch einer der niedlichsten Ausstattungsgegenstände zu Ibsens Stück. Es ist die Hausherrin selbst, das süße Singvögelchen, die Puppenheimbewohnerin. Für die Tür hat der Bühnenbildner Olaf Altmann in Frankfurt eine geniale Lösung gefunden: Im Hintergrund findet sich ein riesiges schwarzes Eisenportal, das beim Schließen das gleiche Geräusch macht wie die riesigen schwarzen Saaltüren im Frankfurter Zuschauerraum.

Für die schnuckelige Nora, die erst am Ende selbständig und widerborstig wird, liegt der Fall komplizierter.

Bettina Hoppes Qualität liegt im Sperrig-Nachdenklichen. Für Nora, bevor sie widerständig wird, muss sie als glatte Fehlbesetzung gelten. Vielleicht würde Frau Linde passen (die hier von Verena Bukal als Wasserleiche gespielt wird). Trotzdem trägt Hoppe – und zwar allein – die gesamte Aufführung. Sie steht an der Rampe festgenagelt, sozusagen am weit geöffneten Eingang des tiefschwarzen Trichters, den Altmanns Bühne bildet (mit der Eisentür am anderen Ende als Abfluss), festgenagelt wie vor kurzem Kathleen Morgeneyer als Schillers Jungfrau bei Thalheimer im ...

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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Chronik: Frankfurt Schauspiel, Seite 51
von Peter Michalzik