Choreografischer Baukasten

Bitte nicht anwenden: die akademische Zerlegung der Kunst des Choreografierens in Module

Vor vier Jahren kam ein weißes Köfferchen auf den Markt, genannt der «Choreografische Baukasten». Seine Handgepäckgröße legte eine Erste-Hilfe-Box ebenso nahe wie ein hübsches Gesellschaftsspiel. Nichts von beidem war drin, denn entwickelt hat ihn ein Fachgremium unter Leitung der Hamburger Universitätsprofessorin Gabriele Klein. Man staunte aber, hatte so etwas Akademikern nicht zugetraut.

Mit dem Ding ist eher wenig gespielt worden, geholfen hat es auch nicht immer, aber die Hoffnung blieb: Könnte sich die Pappschachtel mit ihren Ereigniskarten, ihrem Stecksystem und einem Metallring nicht doch als nützlich beim Choreografieren erweisen?

Immerhin: Wenn Akademiker das Spielen entdecken und damit professionellen Spielern unter die Arme greifen, ist das pädagogisch mindestens wertvoll. Und weil auch das Schauspiel immer öfter in den Tanzmodus schaltet, könnte es sogar sein, dass hier ein gar universell einsetzbarer Werkzeugkasten zur Bewegungsgestaltung geschaffen wurde.
Die nun erschienene Neuauflage verzichtet auf den Faltkarton samt Griff. Sie kommt als gewöhnliches Buch daher, ermuntert aber schon auf der ersten Seite, die hier nun fehlenden Ereigniskarten aus dem Netz ...

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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Bücher, Seite 57
von Arnd Wesemann