Bonn
Alle drei Abschnitte des neuen Stücks von Philipp Löhle (Jahrgang 1978) heißen «Kr(e)ise». Also Krise und Kreise. In elliptischen Bewegungen zirkulieren die vier Angehörigen einer Familienbande umeinander, wie Satelliten um ihre Planeten, allerdings in wechselnden Konstellationen. Und auch wenn keine Sonne scheint.
Das «Außerkraftsetzen der Endkrise durch die permanente Krise», meint Peter Sloterdijk, sei das Beste, was wir erreichen können. Der Vater hat trotzig seinen Job gekündigt, weil er sich von seinen Kompagnons übergangen fühlte.
Jetzt kann die vierköpfige Familie, sehr zum Leidwesen von Tochter und Sohn, nicht mehr in die Ferien fahren. Wir befinden uns noch lange vor der Jahrtausendwende, in den Jahren, als das Internet erfunden wurde. Die elterliche Ehe zerbricht. Der empfindsame Sohn fängt an, im Keller eigene Gedichte zu intonieren; als der Vater ihn einmal dabei überrascht, tut er so, als onaniere er. Das findet er weniger kompromittierend.
Das Kompromittierende ist der Grundbass, der Löhles Text unterlegt ist. Der arbeitslose Vater wird auf dem Parkplatz eines Warenhauses, wo er den Tag vertrödelt, von einem Bekannten erwischt. Ein anderes Mal treffen Vater und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2012
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Martin Krumbholz
Die Theaterzeitschrift
im 53. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Friedrich Berlin Verlag
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit
Marion Schamuthe
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Knesebeckstr. 59–61, 10719 Berlin,
Telefon 030/25 44 95 10, Fax...
Gelächter gleich in der ersten Minute. Eine Horde drolliger Insassen von irgendwas lümmelt auf Kinderstühlen, getriezt von einer ruppig-patenten Kommandeuse in Schuluniform und Pumuckl-Perücke – nicht gerade das, worauf man bei Sarah Kane gefasst ist. Und doch hat dieser mutwillig-regressive Schabernack, den Johan Simons da auf fast leerer Bühne der Münchner...
Ein gewisses Geisterbahnflair ist dem Abend nicht abzusprechen. Aber wenn Karin Henkel Horváths «Geschichten aus dem Wiener Wald» inszeniert, klappern auf der Pfauenbühne des Schauspielhauses keine Knochen. Die Regisseurin hat sich mit Henrike Engel (Bühne und Kostüm) für eine geräuscharme Skelettvariante entschieden; Fritz Fenne, Kate Strong und die Musiker der...
