Besser scheitern

Ein Gespräch mit drei Studenten des Szenischen Schreibens am Leipziger Literaturinstitut und ihrem Dozenten Moritz Rinke – über Rotweingenies, Herzblut, Feedback, die Schwierigkeiten der Stoffwahl und das Theater als Markt

Theater heute Kann man Schreiben lernen? Sie studieren Szenisches Schreiben in Leipzig, und Moritz Rinke war ein Jahr lang Ihr Dozent. Was kann man zum Beispiel bei Moritz Rinke lernen?

Katharina Adler Bei Moritz war es von Anfang an sehr werkstattorientiert. Wir hatten immer zwei Seminare hintereinander, und die waren aufgeteilt in drei Rubriken: Jede Stunde hat jemand einen Essay vorgestellt, in dem es um alles gehen konnte, was uns so umtreibt.

Das finde ich einen wichtigen Punkt bei uns: Dass es nicht nur um die Textkritik geht, sondern auch darum, dass man sich klar darüber wird, was man denn eigentlich zu sagen hat. Die zweite Rubrik war das «Leib-Schreiben». Am Anfang des Semesters haben wir in einen großen Topf all unsere Namen getan, und dem Mitstudenten, dessen Namen man zog, hat man dann einen Monolog auf den Leib geschrieben. Man konnte diesen Studenten auch zu einer Figur machen und ihm eine Geschichte geben. Im dritten und größten Teil ging es dann um unsere eigenen Texte, die wir auf die verschiedensten Arten und Weisen betrachtet haben. Und was wir dabei gelernt haben? Ich habe mir regelrecht Handlungsanweisungen aufgeschrieben. 

TH Anweisungen, wie man ein Stück ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Ausbildung, Seite 39
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gute Unterhaltung!

Wenn es um die möglichst lukrative Verbindung von Kunst und Geld geht, macht den Salzburger Festspielen an sich keiner was vor. In der katholischen Kirche aber hat das Festival diesen Sommer seinen Meister gefunden: Auf einem derzeit wegen Renovierung eingerüsteten Turm des Salzburger Doms wurde für die noble Schreibwarenfirma Montblanc geworben. Dass...

Ketzer werden verbrannt

So möchte eigentlich niemand sein: Irgendwo im biographischen Niemandsland zwischen fünfzig und siebzig, tortengeil, demnächst Wasser in den Beinen. Die eine der beiden reifen Freundinnen war wahrscheinlich einmal verheiratet und hat daran als deutlichste Erinnerung behalten, wie sie ihrem Mann die Zehennägel schneidet. Die andere hat sich lebenslang abends ihre...

Naked Punsch

Was von diesem Abend hängenbleiben wird, ist zweifellos das Geschlechtsteil von Lars Eidinger. Kurz nachdem die Party, die die Choreografin Constanza Macras und der Regisseur Thomas Ostermeier unter dem Shakespeare-Motto «Sommernachtstraum» an der Schaubühne ausgerichtet haben, mit großem Begrüßungshallo, Punschausschank und Dancefloorbeat begonnen hat, schlüpft es...