Warten auf George Bush

Theater auf der «Achse des Bösen»: das 23. Internationale Fadjr-Festival in Teheran im Schatten des konservativen Rollback

«Theatre, in the Islamic Republic, finds its noble and high responsibilities in expressing pains and suffering of fettered and oppressed human beings.» revolutionsführer ali chamenei (vorangestellt dem katalog zum 23. internationalen fadjr-festival)

 

 

Darf ich mich einen Moment zu Ihnen setzen?» Obwohl im Flugzeug nach Teheran noch viele Plätze frei sind, setzt sich der höfliche ältere Herr neben mich.

Er will erzählen, was Touristen in Iran nicht unbedingt sehen werden: Dass die herrschenden Mullahs das an Bildung und Rohstoffen reiche Land in den wirtschaftlichen Ruin getrieben haben, dass sie jetzt, der Mafia nicht unähnlich, das Volk ausbeuten und ausbluten, um militante Gruppen finanzieren und sich selbst bereichern zu können. Wie die Milizen der Herrschenden die religiösen Vorschriften dazu benutzen, die Menschen zu kujonieren und zu kontrollieren sowie Angst und Misstrauen unter ihnen zu säen. Wie seine eigenen Verwandte, die ein bisschen Bier getrunken hatten, zu 70 Stockhieben verurteilt wurden, dass er ihre Rücken, schwarz vor Blutergüssen, gesehen habe. So gehe das seit über 25 Jahren, mehr als doppelt so lang wie Hitlers Regime. Die Reformpolitik habe versagt; die ...

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Theater heute März 2005
Rubrik: Ausland Iran, Seite 20
von Eva Behrendt

Vergriffen