Alles für die Firma

Unternehmerinnen und Unternehmer stellen sich vor: Stephan Kimmig inszeniert Gorkis «Wassa Schelesnowa» am Deutschen Theater Berlin, Frank Castorf porträtiert sich mit Ibsens «Baumeister Solness» an der Volksbühne

Natürlich wäre Henry Hübchen die perfekte Besetzung gewesen. Für die Rolle des Frank Castorf kaum sichtbare fünf Jahre zu alt, aber in ähnlich ganzjährig gebräunter Top-Form wie der ewige Intendant vom Rosa-Luxemburg-Platz. Ebenfalls gebürtiger Berliner (wenn auch Charlottenburg statt Prenzlauer Berg) und also von Kindesbeinen an ausgestattet mit der lo­kalen Mischung aus Mutterwitz, Larmoyanz und öligem Charme.

Aus langer Zusammen­arbeit insbesondere in den goldenen 1990er Jahren kennen der Schauspieler und der Regisseur einander aus allernächster Anschauung, und zweifellos hätte Hübchen in diesem «Baumeister Solness» für Castorf werden können, was Marcello Mastroianni in «8 1/2» für Federico Fellini war: ein selbstironisches und doch auch schmeichelndes Spiegelbild des Künstlers als ultimativem Narzissten.

Doch es ist anders gekommen. Die Hauptrolle spielt furios der famose, allerdings zwanzig Jahre jüngere Marc Hosemann, während Castorf an Henry Hübchen 16-fach Rache übt: So viele lebensgroße, schlohweißhaarige Hübchen-Puppen sitzen nämlich in Reihe eins und stieren stumpf auf die Bühne, bis Hosemann und Kathrin Angerer (als Hilde Wangel) sie irgendwann eine nach der anderen auf ...

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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 11
von Eva Behrendt