Sinn oder Geld

In Wien überprüft Antú Romero Nunes Wolfram Lotz’ «Einige Nachrichten an das All», und Stephan Kimmig spielt mit Ewald Palmetshofers «räuber.schuldengenital» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei)

Eigentlich ein ganz sympathischer Gedanke: Was die Welt im Innersten zusammenhält ist – nichts. Hinter und zwischen den Menschen, Dingen und Verhältnissen regiert kein verborgener Zusammenhang oder sonstige Bestimmungen höherer oder tieferer Art, sondern der reine Zufall. Und wer doch ein bisschen Großstruktur und Zielrichtung braucht, muss äußerst bescheiden ansetzen. Zum Beispiel bei der wenig beruhigenden Erkenntnis, dass sich unser Universum unaufhaltsam ausdehnt, was am Ende nicht gut ausgehen kann. Mit den Worten von Wolfram Lotz: «Wir befinden uns in einer Explosion, ihr Ficker.

» Ein Ende im «Weltraumschrott».

Sein Stück «Einige Nachrichten an das All» (abgedruckt in TH 4/11) dekliniert diesen starken, klaren und einfachen Gedanken mit spielerischer Konsequenz durch. Es beginnt mit wohlkalkulierter Betroffenheitslautstärke und Gefühlsrührsal am Nullpunkt der Christenheit. Krebskranke Kinder performen ein Krippenspiel – und als sie endlich das Kindlein finden, entpuppt es sich als ein bandagiertes Müllbündel. Dieses Motiv führt ein sehr zusammenhangstiftendes Weiterleben, denn zwei Schwerbehinderte, die rundum selbstreflektierenden Bühnen­figuren Lum und Purl Schweitzke, ...

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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 27
von Franz Wille