Angriffe auf A
Drei Personen, der Autor des Stückes nennt sie modellhaft A, B und C, wollen «eine ganz normale Geschichte erzählen». Eine Geschichte von A, vom normalen Leben, von normalen Problemen, von Familie, Job und Ich.
Doch ihre Spielanordnung läuft aus dem Ruder. A sieht sich plötzlich aus allen Richtungen angegriffen. Nach zehn Seiten müssen die Spieler erstmals abbrechen. Stopp. Ihre Erzählung ist, ohne dass sie das geplant haben, abgedriftet und handelt plötzlich von Krankheit und Wahn. Das war so nicht geplant.
«Aber wollten wir denn nicht eine Huldigung an die Lebenslust verfassen? Wollten wir nicht ein Porträt unserer selbst als radikal offene Menschen zeichnen – und den Weg zur Freisetzung unseres Potenzials zeigen? Wollten wir nicht ein Porträt von Menschen mit ungeahnten Möglichkeiten zur Lebensentfaltung zeichnen? War das denn nicht der Sinn der Sache?» – «Dann fangen wir eben von vorne an.»
Und das tun sie dann auch, denn im anhebenden Wahn möchte man nicht enden. Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug, und so setzen sie noch einmal von vorne an und versuchen es diesmal mit einer ganz normalen Situation aus dem Berufsleben: Sie beginnen mit der Erzählung einer Frau, ...
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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 154
von Robert Koall
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, sagt der Volksmund, was aber auch als subtiler Hinweis darauf verstanden werden kann, dass Geben und Nehmen kompliziert sind, denn zur Gabe gehört die angemessene Erwiderung: Genügt ein Lächeln? Muss mein Gegengeschenk den Wert des ersten womöglich übersteigen? Verpflichtet es mich vielleicht sogar ein Leben lang?
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im 53. Jahrgang
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Wären Erinnerungen wie Herbstlaub, sie würden in einem nur kurzen Feuer verbrennen. Es entstünde viel Rauch, aber übrig bliebe nur ein kleiner Haufen Asche. Die Ereignisse unseres Lebens, vor allem die negativen, relativieren sich rückblickend; (Lebens-)Geschichte verursacht für die Beteiligten viel Rauch, hinterlässt aber ebenfalls nur ein Häufchen Feuerüberreste....
