Angriff der Schwachen

Kevin Rittberger «Schwarzer Block»

Ein Gespenst geht um in Europa: der Schwarze Block. Gespenster tauchen nicht auf Nachfrage auf, sie haben keine Mailbox. Sie sind einfach da. Aus bürgerlicher Sicht ist der Schwarze Block ein Gespenst, ungreifbar zwischen Pflastersteinen, linken Jargon-Brocken und zerbrochenem Glas. Mit seinem neuen Stück für das Gorki Theater versucht Kevin Rittberger, den Block aus dieser zugeschriebenen Sackgasse springen zu lassen und setzt das Phänomen in Bewegung.

Während ihre Intelligenz viele seiner Kolleg*innen entweder in die resignativ-apokalyptische Müller-Nachfolge oder in den ironisch-zynischen Kritik-Modus getrieben hat, entwickelte Rittberger trotzig einen völlig eigenen Ton des politischen Optativs. Ob als Dramatiker oder politischer Essayist: Rittberger sucht nach Möglichkeitsformen eines anderen Denkens und poli­tischen Handelns. Beeinflusst von Alexander Kluge, Dietmar Dath, Alain Badiou und Bini Adamczak formulierte er eine Theatersprache, die er selbst als «Theater der Vorahmung» bezeichnet. Für «Schwarzer Block» hat Kevin Rittberger ein Jahr lang Material gesammelt, das er zu einem literarischen Text verdichtet hat, der die unterschiedlichen Stimmen aufnimmt, ohne sie ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 153
von Ludwig Haugk

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