Als Polen noch Papst war
Vorstädte zu Denkmälern, Zechen zu Golfplätzen! Die aktuelle Ausgabe des polnischen Magazins «Ozon» berichtet über die geplante Umnutzung zahlreicher Brachen in den vormaligen realsozialistischen Bergbau- und Schwerindustrieregionen. Zwischen entsprechenden architektonischen Hinterlassenschaften und großangelegten Nutzungskonzepten lassen sich, davon zeugen auch viele Regionen in Europas Westen, Transformationsprozesse gut beobachten. Micha Walczaks Stück «Das Bergwerk» indes kündet kaum von Gewinnern solcher Entwicklungen.
«Was meine Familie angeht», erzählt der junge Adzio gleich zu Beginn, «so hat mein Großvater im Bergwerk gearbeitet und auch mein Vater hat im Bergwerk gearbeitet, und dann haben sie das Bergwerk zugesperrt, und ich arbeite deshalb nicht mehr im Bergwerk, so wie mein Vater und mein Großvater dort gearbeitet haben. (...) Mama hat nie im Bergwerk gearbeitet, also arbeitet sie jetzt schon gar nicht im Bergwerk, denn es ist ja schließlich keineswegs so, als ob in meiner Stadt alle im Bergwerk gearbeitet hätten, aber dennoch.»
Just dieses «Dennoch» ist der Angelpunkt des Stückes, das der 27-jährige Walczak für die traditionelle Bergbaustadt Walbrzych geschrieben hat. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Noch ins Black klingelt ein Telefon. Der Mann, den es erreichen soll, erscheint Sekunden später, aber die Synchronizität von Ton und Bild schafft keine verlässliche Verbindung: Die Welt des Telefonklingelns und das Universum dieses Mannes existieren allem Anschein nach parallel. Stumm und vollkommen reglos sitzt er am Steuer seines Autos und blickt geradeaus. In...
Ein Aufreißer ist Andy nicht, wirkt dafür aber so naiv, dass die Mädels Gefallen an ihm finden können.
Nadja allerdings, die am Tresen einer Bar sitzt, hat im Moment ganz andere Sorgen und ist nicht bereit zur Balz. Da war dieser Horrorfilm, den sie passagenweise nur mit geschlossenen Augen überstanden hat. Jetzt kippt sie einen Kurzen nach dem anderen. Warum sie...
Wenn im Theater der Vorhang hochgeht, hat das normalerweise nichts zu bedeuten. Hier ist es ein Zeichen, das Hoffnung machen soll: «Es geht wieder aufwärts!» Sagt Regisseur Schorsch Kamerun, der als «Schuldenberg-Moderator» höchstpersönlich durch seine Inszenierung von Kathrin Rögglas neuem Theatertext «draußen tobt die dunkelziffer» im Wiener Volkstheater (eine...
