Das Ersatztheater boomt

Gibt es ihn wirklich, den Hype um die neuen Stücke? Haben sich die Bedingungen für Theaterautoren in den letzten Jahren spürbar verbessert? Oder subventionieren die Stückeschreiber nicht eigentlich die Bühnen, die von ihnen leben? Frank Kroll, Leiter des Henschel Schauspiel Theaterverlags, zeichnet ein düsteres Bild. John von Düffel, Dramatiker und Dramaturg am Hamburger Thalia Theater, und Andreas Beck, Direktor des Wiener Schauspielhauses, reagieren.

Jahr für Jahr finden auf deutschsprachigen Bühnen mehr Ur- und Erstaufführungen neuer dramatischer Werke statt, allerorten veranstalten selbst kleinere Stadttheater Festivals mit neuen Stücken. An manchen größeren Häusern hat sich das schöne Modell der Hausautorenschaft etabliert. Dennoch gibt es in Autoren- und Verlegerkreisen größere Unzufriedenheiten mit der Entwicklung im Bereich «Neue Dramatik». In Berlin etwa formierte sich gerade eine Initiative namhafter TheaterautorInnen. Ihr Anliegen ist es, auf die prekäre Situation von Theaterautoren aufmerksam zu machen.

Sie beklagen beispielsweise zu geringe Tantiemen und mangelndes Nachspielen ihrer Stücke und fordern eine Klassikerabgabe, die zeitgenös­sischen Autoren zugute kommen soll. Wird hier «auf hohem Niveau gejammert», oder gibt es nachvollziehbare Gründe für dieses vorsichtige Aufbegehren der Autoren?
 

Stagnation: Mehr Uraufführungen – weniger Vorstellungen

«Erfreulich ist der Zuwachs an Ur- und Erstaufführungen auch im vergangenen Jahr» – so und ähnlich verkündet der Deutsche Bühnenverein seit Beginn der 90er Jahre jährlich die Entdeckungsfreude deutschsprachiger Theater, wie er sie auch in seiner Werkstatistik «Wer ...

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Theater heute Dezember 2007
Rubrik: Neue Stücke/Debatte, Seite 18
von Frank Kroll

Vergriffen