Ein Quantum Gewalt

Der britische Autor Dennis Kelly hat sich selbst versprochen, nur über das zu schreiben, was ihn wirklich umtreibt. Patricia Benecke traf ihn in London zum Gespräch

Ich würde ja gerne eine beeindruckende Geschichte darüber aus dem Ärmel zaubern, wie ich zum Theater gekommen bin, aber ich glaube, das Theater ist ganz einfach und unspektakulär zu mir gekommen.» Ein solches Bekenntnis über dem allerersten Schluck Kaffee lässt auf zwei Dinge schließen: Dennis Kelly ist erstens ehrlich veranlagt und arbeitet zweitens nicht aktiv an seiner eige­nen Legende. Dafür arbeitet der Autor von «Kindersorgen» äußerst emsig an acht Schreibaufträgen – Auftraggeber unter anderem das National Theatre und Film Four.

«Ich sage so ungern nein, und es muss ja auch nicht alles bis morgen fertig werden.» Kelly hat sich diesen Erfolg, wie er grinsend sagt, mit dickköpfiger Zähigkeit erkämpft. Der Nordlondoner verließ mit 16 die Schule und «machte 12 Jahre lang eine Bilderbuchkarriere in Scheißjobs». Von der Supermarktkasse bis zum Leiter eines Warenlagers war alles dabei. 
 

Eines Tages nahm ihn ein Freund mit zu einem Theaterclub für Jugendliche. Und auf dem Wege näherte Kelly sich in wöchentlichen Raten diskret der klassischen und zeitgenössischen Dramatik an. «Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht zu spielen, auch wenn wir unsäglich schlecht waren. So habe ich Autoren ...

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Theater heute März 2009
Rubrik: Akteure, Seite 40
von Patricia Benecke

Vergriffen