Buhlen um die Araber
Wenn man im Charterbus durch Oberhausen kutschiert wird, sieht es auf den ersten Blick gar nicht so übel aus. Das hell erleuchtete «Centro» (ob «Tschentro» oder «Kentro», darüber streiten die Einheimischen noch) soll die größte Shoppingmall Europas sein, und gleich daneben lockt das «Metronomtheater» mit dem Erfolgsmusical «Wicked». Einst stand hier die mächtige «Gutehoffnungshütte» mit 30.000 Beschäftigten, während ihre säkularen Nachfolger lediglich 3–4.000 Dienstleistern Arbeit verschaffen.
Die Region sei im Begriff «abzusaufen», heißt es; Christoph Schlingensief klagte, gewissermaßen im Grönemeyer-Sound, das Oberhausen, aus dem er komme, sei «voll im Arsch», da könne man den Menschen nicht noch ihr Allerletztes nehmen. Das Theater.Und das Vorletzte? Rot-Weiß Oberhausen? Auch der Fußballclub, derzeit in der Zweiten Liga tätig, hat eine lange Tradition. Wie das Theater, das unter Peter Carps Intendanz aufblüht, spielt der Verein antizyklisch und denkt gar nicht daran, einfach abzusaufen.
Nun hat sich ein potenter Sponsor gefunden, ARAB PETROL («oil for culture»), der freilich nur eines von beiden fördern kann. Fußball oder Theater. Auch Fußball gehöre ja irgendwie im weitesten ...
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Franz Wille Wie lange hat denn diesmal die letzte Jury-Sitzung gedauert?
Christoper Schmidt Circa sechs Stunden. Wir haben etwas später angefangen, weil drei Juroren am Abend davor noch in einer Vorstellung in Essen waren und der Zug wieder mal Verspätung hatte.
FW In diesem Jahr hat in den letzten Wochen eine besonders heftige Reiseaktivität eingesetzt.
Schmidt...
Welch eine Verheißung: «Sie müssen das, was Sie lieben, nicht mehr selber machen. Hier geht es» – denn was ist Gefühlsproduktion schließlich anderes als harte Wertschöpfungsmaloche – «um Arbeitserleichterung!» An die Formulierung derart revolutionärer Utopien hat sich das Theater mindestens seit Brecht nicht mehr gewagt!
Im Ernst: René Polleschs «interpassive»...
Es hätte die Saison der Aufbrüche und Neuanfänge werden können! Das gigantische Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, das zu Beginn der laufenden Spielzeit zwischen Hamburg und Berlin, Wien und Zürich, Hannover und Dresden, Frankfurt und wieder Hamburg über die Grenzen hinweg inszeniert wurde, sorgte für ordentlich Wind und schürte große Erwartungen. Auch im Auswahlgremium...
