Dosenmilcherguss

Nach Matias Faldbakken «Final Girl»

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Sechs auf einem Sofa. Und Sex hinter dem Sofa. Damit wären die Betriebsstrukturen in der «Cocka Hola Company» schon umrissen. Vorn, auf der Bühne, kuschelt das Kollektiv, rechts gluckst die Kaffeemaschine, links hüpft das Kind des Hauses auf den Kissen. Hinten, aus dem Off, stöhnt das Kollektiv, dort wird der nächste Pornofilm durchgehechelt. Von irgendetwas müssen neofamiliäre Zweckgemein­schaften ja leben.
 

«The Cocka Hola Company» ist der erste und bekannteste Teil aus Matias Faldbakkens popliterarischer Satire-Trilogie mit dem Titel «Final Girl».

Der 36-jährige Norweger, der auch Kunst macht und Ausstellungen kuratiert, hat drei grobe, grelle Romane geschrieben: In der «Skandinavischen Misanthropie I-III» weinen die Menschen dem Zerfall der bürgerlichen Werte keine Träne nach. Sie haben sich in den posthumanistischen Schrumpfformen der Existenz eingerichtet. Und leben ihre kriminelle Energie aus. Ihr sozialer Konsens besteht aus Porno, Gewalt und Anarchie. 
 

Der Autor erzählt radikal. Und radikal gekonnt. Er bricht seine Splatter-Plots mit satirischen Mitteln, ohne die Figuren an billige Pointen zu verraten. Die Basler Uraufführung der Trilogie, die erstmals Faldbakkens Roman ...

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Theater heute März 2010
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Stephan Reuter

Vergriffen
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