Neue Stücke

Uraufführungen in den Theatern im deutschsprachigen Raum im Dezember

«Der Mann, der die Welt aß», hat keinen Namen. Und keinen Job mehr. Mit seinem Stück über die Kapitulation eines Totalverweigerers war Nis-Momme Stockmann der Sieger des diesjährigen Heidelberger Stückemarkts, und in Heidelberg besorgt Dominique Schnizer die Uraufführung des Werks. Herr Ellenbeck heißt der Verkäufer in der Herrenabteilung eines Kaufhauses, der eben seinen letzten Arbeitstag erlebt.

Theresia Walser hat den «Herrenbestatter» visionär in ein kurz vor der Insolvenz stehendes Kaufhaus versetzt.

Der gerade für seine rege Uraufführungsarbeit in Mannheim mit dem Preis des Verbandes deutscher Bühnenverlage ausgezeichnete Burkhard C. Kosminski inszeniert das Stück vom «Untergang unserer gefräßigen Warenwelt». Was ist der Untergang eines Kaufhauses gegen den einer ganzen Leitnation? Den prophezeit in Jena Oliver Schmaering mit «The making of Der Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika», in dem der amerikanische Traum mithilfe von Filmklischees in seine Einzelteile zerlegt wird. Meret Matter ist dabei auf Regieseite behilflich.

Dass sich ausgerechnet René Pollesch als rettende Instanz im turbokapitalistischen Totalcrash anbietet, ist eher unwahrscheinlich. Immerhin sucht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2009
Rubrik: Service, Seite 56
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Historische Kurzschlüsse

«Mehr Mut und Menschlichkeit!», ruft ein wackerer Jungrevoluzzer durchs Megafon und klatscht dazu in die Hände wie beim Flamenco-Kurs. Sein linker Kollege kämpft mit ähnlichem Körpereinsatz um «Mehr Spontaneität!». Und ein leidenschaftlicher Fan des interaktiven Theaters steuert aus der zweiten Reihe ein tief empfundenes «yeahyeahyeahyeah» bei. Was täuschend echt...

Das isch d Situation

Mit Easy Listening beginnt der Abend: softe Loungemusik (Carlos Santana) vor geschlossenem Vorhang, das Saallicht noch an, einzig ein Diener mit geschlossenen Augen drückt sich an den Rand des Bühnenportals. Stumm steht er da vis-à-vis des Publikums, wie sein blickloses Spiegelbild. Lang dauert die Musik (gespielt von Lars Wittershagen), sehr lang, zehn Minuten,...

Der Punkt auf dem Ei

Im ersten Morgen in Peking steht auf Seite eins der englischsprachigen Zeitung «China Today», dass die Volksrepublik in fünf Jahren die USA auf Platz eins der Wirtschaftsmächte ablösen wird. Möglicherweise, erwägt der Kommentator lässig, auch schon zwei oder drei Jahre früher. Selbstbewusste Einschätzung, sportliche Ansagen: So habe ich mir das neue China...