It´s theatre, stupid
Die Mülheimer Theatertage und das Berliner Theatertreffen sind verwandte Festivals. Beide zeigen im Mai Höhepunkte der deutschsprachigen Theatersaison, für die Auswahl ist jeweils eine Jury aus Theaterkritikern verantwortlich. Der wesentliche Unterschied: In Berlin werden die zehn besten Inszenierungen des Jahres gezeigt, in Mülheim die sieben bis acht besten Stücke.
Die zu bearbeitende Grundmenge ist für den Mülheim-Juror deutlich überschaubarer als für die Berliner Kollegen.
Für das Theatertreffen kommen theoretisch alle Inszenierungen des deutschen Sprachraums in Frage, also Tausende. Für das «Stücke»-Festival können ausschließlich deutschsprachige uraufgeführte Werke nominiert werden; das waren in diesem Jahr rund 130.
Anders als in Berlin gibt es in Mülheim auch einen Wettbewerb. An einen der nominierten Autoren wird am Ende des Festivals – von einer anderen Jury – der Mülheimer Dramatikerpreis vergeben. Der Fokus liegt also auf den Texten. Im Vergleich zur Theatertreffen-Jury bedeutet das für das Mülheimer Auswahlgremium: mehr lesen, weniger reisen. Zunächst werden die Texte beurteilt; erst im nächsten Schritt werden auch inszenatorische Qualitäten relevant. Wird ein Stück ...
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