Kunst, Klamauk, Kapitalismuskritik
Wer Globalisierung verstehen will, muss dicke Bücher lesen. Da hilft nix. Kein arte, kein Internet und auch keine Spiegel-Dossiers. Denn mit dem vermeintlichen Wissen über die Globalisierung verhält es sich ganz ähnlich wie mit dem weit verbreiteten Glauben, das neudeutsche Adolf-TV würde den Nationalsozialismus erklären. Nachkolorierte NS-Dokus mit dramatischer Musikunterlegung und tollen Spielszenen haben nur dazu geführt, dass 16-Jährige, die schon in jeder Diktatur dieser Welt im Urlaub waren, Hitler für den Darth Vader des Geschichtsfernsehens halten.
Und die Globalisierung allein auf dem Wege des Infotainments verstehen zu wollen, konstruiert einen ähnlichen Glauben, der der Komplexität des Themas nicht im Ansatz gerecht wird: dem an ein entpersonalisiertes böses Empire, dem man nur mit Humor und Dritte-Welt-Kaffee entfliehen kann.
Auch Matthias von Hartz’ Volkshochschule für angehende Attac-Aktivisten, «Go createTM resistance», die er drei Jahren lang im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg veranstaltet hat, riskierte im Ansatz das Missverständnis, er wolle den intellektuellen Leerstand guter Menschen mit einfachen Antworten füllen, indem man den Anspruch der Volksbildung ...
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Spröder kann ein Titel nicht sein. Aber natürlich versteckt sich darunter eine Idee, genauer gesagt: unter dem Linoleum ein Toter. Gespielt von einem lebendigen Schauspieler (Ulrich Haß); fast unmerklich hebt sich die Bauchdecke, zuckt eine Wimper. Irgendwann, viel später, wird der Tote nicht wirklich überraschend zu sprechen anfangen, vorerst aber, von den...
Life sucks. Die vier Figuren in Katharina Schlenders neuem Stück «Rosige Zeiten» können ein Lied davon singen und tun dies auch im Verlauf des Abends noch zur Genüge. Sie heißen Bruno Butterbrot, Eddi Essig, Henry Heiser und Mila Mittenzwei und scheinen einem Kinderstück entsprungen, das wegen Überschreitung des Grenzwerts für chronische Depression keine...
